Pressesprecher und Fachjournalist Hans Engelkamp ist tot

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Am 26. September verstarb mit Hans Engelkamp ein Urgestein unserer Branche. Er wurde 84 Jahre alt. Er war lange Jahre als Pressesprecher bei Nokia Deutschland und dessen Vorgängerunternehmen ITT Schaub-Lorenz tätig und in dieser Eigenschaft auch Sprecher der Pressekommission des Fachverbandes Consumer Electronics im ZVEI. Offen für neue Technik und neue Verfahren, widmete er sich publizistisch der technischen Entwicklung des Fernsehens und dessen Digitalisierung ebenso wie der Förderung des Smart Home. Dafür leistete er, meist im Hintergrund, konzeptionelle Grundlagenarbeit. Er betreute die damaligen Technisch-Wissenschaftlichen Foren (TWF) auf den Internationalen Funkausstellungen und engagierte sich im Rahmen der Deutschen TV-Plattform für die Digitalisierung des Fernsehens, wozu auch sein Buch „Settop-Boxen“ aus dem Jahre 1997 beitrug.

Hans Engelkamp war weit über das Rentenalter hinaus für die Consumer-Electronics-Branche aktiv. Er hat mit seiner ruhigen und freundlichen Art viel bewirkt, ohne sich in den Vordergrund zu schieben – dort agierten immer andere. Nach seinem Rückzug in das Privatleben wurde Hans Engelkamp Autor von Romanen: Die Liebe eines Schaumschlägers (2008), Memoiren eines Unprominenten (2011), Der globale Kiez (2014), Erfolg zu haben, war ihre Art zu leben (2016).

Wolfgang E. Schlegel, früherer langjähriger Chefredakteur von rfe: „Wir verlieren mit Hans Engelkamp einen Freund und Förderer, der stets ein offenes Ohr für Fachjournalisten hatte und der half, unsere Informationswünsche schnell, kompetent und umfassend zu erfüllen.“ Wolfram Bangert, Herausgeber von CE-Markt: „Ich lernte Hans Engelkamp 1979 auf ‚meiner‘ ersten IFA auf dem Stand von ITT Schaub-Lorenz kennen und schätzen. Er gehörte quasi zu den Mitbegründern von CE-Markt, denn in seiner Eigenschaft als Sprecher der Pressekommission des Fachverbandes CE befürwortete er den Marktstart dieser neuen Branchenzeitschrift im Jahr 1997 und legte auch in anderen Gremien des Verbands ein gutes Wort für das Blatt ein. Das werden wir nie vergessen.“

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3 KOMMENTARE

  1. Ich finde es ungemein beschämend, dass die Offiziellen der CE-Branche (ZVEI, gfu, TV-Plattform, Messe Berlin) kein Wort über den Tod eines sehr verdienstvollen Mannes verloren haben. Der Anlass, dass ich Wolfram Bangert über den Tod von Hans Engelkamp informierte, war auch ein trauriger (Andrä B. Herrmann). Ich freue mich aber, dass Du, lieber Wolfram, so passend reagiertest und wir beide einem sympathischen und kompetenten Kollegen ein letztes Wort nachrufen konnten.

  2. Lieber Jürgen, vielen Dank für Deinen Kommentar! In den 60er-Jahren war ich noch nicht dabei, kann mir aber lebhaft vorstellen, dass Ihr beiden gut miteinander zurecht gekommen seid! Dass die Pressesprecher von Mitbewerbsfirmen sich schon vorab gegenseitig die jeweiligen Presseinformationen „zusteckten“ kommt heute bestimmt nicht mehr vor. Ich kannte übrigens sein Pseudonym „Tuner“ für etliche seiner Fachartikel und Fachbücher, nur der Vorname des Pseudonyms war mir entfallen, sonst hätte ich es erwähnt. Aber das hast ja nun Du erledigt …

  3. Engelkamp hat auch unter dem Pseudonym „Markus Tuner“ mehrere Fachbücher geschrieben. Ich habe ihn als junger Blaupunkt-Mitarbeiter bereits in den 60er-Jahren kennengelernt. Wir haben damals, das heißt bereits einen Tag vor Messe-Eröffnung, unsere Pressemappen ausgetauscht. Jedenfalls ist es dabei meist nicht geblieben, sondern es kräftig und meist viel zu lange gefachsimpelt, zumal Engelkamp auch eine sehr gut gemachte Hauszeitung für den Fachhandel redigiert hat. Seine Ratschläge, vor allem im Umgang mit Presseleuten, habe mir in meinem späteren Berufsleben viel bedeutet. Wie dem auch sei: Mit Engelkamp hat die Branche einen großen Fürsprecher verloren. Deshalb vielen Dank an Wolfgang E. Schlegel und Wolfram Bangert für den Nachruf!

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