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News aus der Consumer-Electronics-Branche:

Glosse: Fernseher und Magerquark

 

Hiobsbotschaften über die Zukunft des TV-Geräts haben derzeit Hochkonjunktur. Selbst die renommierte „New York Times“ orakelt, dass für die so genannten Millennials ein Fernseher kein „Must-Have“ mehr sei (Bild). Millennials – oder auch Generation Y genannt – sind die jungen Leute, die um die Jahrtausendwende zu den Teenagern zählten, und die heute viel Spaß im Leben haben wollen. Zu diesem Leben gehören Fernseher angeblich nicht mehr dazu.

 

Solche Schreckensmeldungen sind Wasser auf die Mühlen von Dauerpessimisten, die glauben, dass Umsatz und Gewinn in unserer Branche nur deshalb in den Keller gehen, weil die Kunden immer weniger Fernseher kaufen wollen.

 

Die Zahlen des Marktes sprechen dagegen eine ganz andere Sprache: Laut Mitteilung von BVT, gfu und GfK wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr LCD-Fernseher verkauft als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dass dabei trotz steigender Absatzzahlen kaum etwas verdient wurde, liegt allein an den fallenden Preisen.

 

Rabatte führen zum Ruin. Das ist eine alte Kaufmannsregel. Trotzdem gehört die Unterhaltungselektronik zu jenen Branchen, die unbeirrt, ja geradezu selbstmörderisch gegen diese Regel verstoßen. Weder in der Automobilbranche, noch in der Kosmetikbranche, noch in der Branche hochwertiger Markenuhren werden Produkte kurz nach ihrer Markteinführung im Preis so schnell und so radikal gesenkt wie in der TV-Geräte-Branche.

 

Wie CE-Markt in seiner aktuellen Printausgabe berichtet, sind die Durchschnittspreise von Curved TVs allein in den letzten sechs Monaten um mehr als 750 Euro gefallen. Mit anderen Worten: Hatte ein Händler das Glück, in dieser Zeit etwa ein Dutzend solch toller Produktneuheiten verkaufen zu können, dann hat er dennoch Pech gehabt: Er hat nämlich jetzt fast zehntausend Euro weniger in der Kasse.

 

Fazit: Vergleicht man Unterhaltungselektronik-Geräte mit Milchprodukten, dann muss man feststellen, dass beide zu denjenigen Produktgruppen gehören, deren Preis-Haltbarkeitsdauer bereits zum Zeitpunkt ihrer Herstellung abgelaufen ist. So gab es zum Beispiel neulich frischen Magerquark, der bereits eine Woche, bevor er überhaupt im Regal lag, zu einem 15 Prozent niedrigeren Preis angekündigt wurde.

 

Aber mal ehrlich: Wollen wir unsere schönen, neuen Fernseher wirklich mit Magerquark vergleichen? (kn)