EuroCIS 2018: Der digitale POS

980

Touchscreen-Monitore und Videowalls, VR-Brillen und interaktive Spiegel: Digitale Technologien zur Verkaufsunterstützung finden sich in immer mehr Geschäften des Einzelhandels. Die Tools gestalten das Einkaufen am POS informativer und unterhaltsamer und vernetzen die Läden nahtlos mit der Online-Welt. Auf der kommenden EuroCIS (vom 27. Februar bis 1. März 2018) in Düsseldorf präsentieren die Aussteller ihre neuesten Lösungen.

Das Thema Omnichannel, also die Verknüpfung von stationären und digitalen Verkaufskanälen, ist für die Entscheider im Einzelhandel der wichtigste technologische Trend der nächsten drei Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt die EHI-Studie „IT-Trends im Handel 2017“. Projekte zur Umsetzung der Omnichannel-Strategie haben in jedem zweiten Handelsunternehmen höchste Priorität. Auf Platz zwei der wichtigsten Entwicklungen mit 34 Prozent Nennung: der „Digital Store“. Knapp dahinter auf Platz drei die digitale Transformation. Damit gemeint ist der generelle Umbau der IT. Denn erst eine möglichst nahtlos vernetzte IT-Infrastruktur, insbesondere mit durchgängig gestalteten Warenwirtschafts- und CRM-Systemen, schafft die Basis für zukunftsorientierte Services. Zum Beispiel lässt sich erst auf dieser Grundlage online eine Warenverfügbarkeitsanzeige implementieren, die – bevor sich der Konsument auf den Weg macht – verlässlich Auskunft gibt, ob ein gewünschter Artikel im stationären Store vorrätig ist oder nicht. Noch besser ist, wenn der Verbraucher das Produkt auch gleich reservieren und vor dem Zugriff anderer sichern kann.

Terminals für Instore-Orders (das können auch Tablets sein, mit denen die Mitarbeiter ausgestattet sind) halten derzeit zunehmend auf den Flächen Einzug. Auf diese Weise werden Regale digital verlängert. Vor Ort ausverkaufte Ware, zusätzliche Farben und Formen eines Artikels oder selten nachgefragte Sonderprodukte werden mit Hilfe dieser Tools bei den Lieferanten nachbestellt. Kunden sollen nicht länger mit einem „Nein, das haben wir leider nicht“ nach Hause geschickt werden, von wo aus sie ihren Bedarf dann unter Umständen bei der (Online)-Konkurrenz decken. Angesichts der sich abzeichnenden Vielfalt an Systemen (der Marken und Hersteller) wird aber bereits jetzt der Ruf des Handels nach einheitlichen Standards laut.

Erfolgreich an den POS durchgesetzt haben sich Terminals und Kiosk-Systeme, die den Kunden als Anlaufpunkt für ihre Fragen dienen, Click & Collect-Stationen sowie digitale Bildschirme und Videowalls. Die beiden letztgenannten Elemente sind laut „EHI-Ladenmonitor 2017“ bereits bei zwei Dritteln der befragten Händler im Einsatz. Rechnet man Instore-TV hinzu, sind es sogar über 80 Prozent. Der große Vorteil von Digital Signage besteht darin, dass die Händler ihre Instore-Kommunikation mit dem Ziel größtmöglicher Wirkung maßschneidern und flexibel anpassen können. Die Inhalte lassen sich über eine digitale Plattform zentral steuern und lokal aktualisieren. Scala, einer der führenden Anbieter von Digital-Signage-Lösungen, zitiert in diesem Zusammenhang die Ergebnisse einer eigenen Studie, nach der die digitale Präsentation zu 89 Prozent mehr Views und zu einer um 52 Prozent erhöhten Aufmerksamkeit der Kunden im Vergleich zu analogen Beschilderungen führt.

Zur kommenden EuroCIS erfahren zudem die Technologien Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) einen neuen Schub und lassen spannende Anwendungen erwarten. Beispielsweise rund um das Thema Beratung. So wird es möglich, die Konsumenten durch virtuelle, aber inzwischen sehr authentisch wirkende, in den Raum projizierte Produktwelten zu führen. Verschiedene Produktvarianten lassen sich realitätsnah darstellen oder in verschiedenen Umgebungen sichten. AR und VR verknüpfen zugleich zur digitalen Regalverlängerung: Denn auf jeder noch so kleinen Ladenfläche lässt sich ein virtueller Megastore erlebbar machen.

Bei der Vielzahl des Angebots digitaler Technologien zur Verkaufsunterstützung ist der Handel allerdings auch gefordert, die für ihn richtigen herauszufiltern. Dafür bietet die EuroCIS den idealen Überblick und ist zugleich Plattform für intensive Dialoge. Denn momentan unterscheiden sich die Wünsche der Konsumenten (noch) merklich – und zwar vor allem abhängig vom Alter. Je jünger die Menschen sind, desto empfänglicher sind sie für digitale Lösungen beziehungsweise desto mehr fordern sie diese sogar ein. Gleichzeitig gibt es noch immer „Pure Offline“-Befürworter. Um den Spagat zu bewältigen, müssen Handelshäuser daher noch intensiver als bisher die eigene Kundschaft in den Fokus rücken: Wie sieht, über alle Phasen der Customer Journey hinweg, ihr Einkaufsverhalten aus? Welcher Konsument muss wo abgeholt werden, welche Zielgruppe wünscht sich was?

www.eurocis.com

zur Startseite >