Ökosystem Amazon: Mehr als ein Online-Händler

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Ökosystem Amazon
Lieferkette aus Sicht von Amazon – Quelle: IFH Köln


Die Entwicklung von Amazon
ist einzigartig: Vom Buchverkäufer zum Allesverkäufer, hin zum Universaldienstleister. Amazon vereinnahmt so nicht nur 46 Prozent der deutschen Online-Umsätze, sondern durchdringt mit seinen Services und Technologien immer mehr Konsumbereiche – auch abseits des Handels. Ein Beitrag von IFH und ECC Köln.

Durch konsequentes Weiterdenken und Innovationen getrieben, drängt die Amazon-Offensive mit voller Schubkraft in viele weitere Geschäftsfelder und wird zur ernsthaften Konkurrenz für etablierte Player wie TV-Sender, CE-Hersteller oder IT-Provider. Allein im Geschäftsjahr 2017/2018 hat Amazon rund 23 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben und allein 2017 fast 2.000 Patente in den USA angemeldet.

Amazon-Dienste breiten sich weiter aus

Amazon Echo und der Sprachassistent Alexa ziehen in Haushalte ein und steuern den Alltag. Streaming über Amazon Music und Video ersetzen Radio und TV. Neben unzähligen Serien, die exklusiv auf Amazon zu sehen sind, hat Amazon seit 2013 auch bereits 26 Original Amazon-Serien produziert. „Wenn wir einen Golden Globe gewinnen, hilft uns das, mehr Schuhe zu verkaufen.“ Dieses Zitat von Jeff Bezos verdeutlicht die außergewöhnliche Firmenphilosophie. Im großen Amazon-Ökosystem gibt es kein Silodenken, alle Tätigkeiten wirken über Verflechtungen positiv für das große Ganze. Mit einem klaren, übergeordneten Ziel: Wachstum.

Amazon diktiert die Wertschöpfungskette

Um fortwährend neues Wachstum zu generieren, werden die Gewinne bestehender Geschäftsfelder strategisch immer wieder gezielt für Reinvestitionen genutzt. Vor diesem Hintergrund wird in der neuen IFH-Studie „Amazonisierung des Konsums“ nicht nur das Service- und Technologieportfolio des Amazon-Ökosystems detailliert unter die Lupe genommen, sondern auch die Zusammenhänge systematisch analysiert.

Neben den vielen Services, Devices und & Co., die Amazon den Konsumenten bietet, breitet Amazon seine Vormachtstellung auch im Hintergrund – für Konsumenten teils unsichtbar – weiter aus. Amazon Web Services oder die Amazon Cloud sind da nur das Fundament des Eisbergs. Besonders Amazon Web Services fungiert als stille Finanzierungsquelle des Wachstums, von der andere Geschäftsfelder – auch, aber eben nicht nur, der Handel – profitieren. Durch sein schnelles und breites Wachstum in neue profitable Geschäftsfelder wird das Infrastrukturnetz von Amazon immer engmaschiger.

Das beste Beispiel dafür ist Amazons Logistikstrategie. So existiert für jeden Bereich in der Zustellung eine eigene Lösung oder ein eigenes Angebot auf dem Markt. Sei es in Form eigener Logistikzentren für die Intralogistik, spezieller Services für eine besonders bequeme Paketzustellung oder innovativer Lösungen für die letzte Meile. Damit sichert sich der Online-Gigant immer mehr Kontrolle über die gesamte Logistikkette und kommt schneller zu den Kunden. Aber Amazon breitet sich nicht nur entlang der ganzen Lieferkette, sondern auch branchenspezifisch, z. B. im Lebensmittelumfeld, sogar entlang kompletter Wertschöpfungsketten aus. Ein Weg an Amazon vorbei, könnte bald wohl unmöglich sein.

www.ifhkoeln.de

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