Umfassende Studie: Mehrwert- und Zusatzdienste für Smart Home

Wettbewerbsdruck steigt, Produktangebot nimmt zu

In nicht wenigen Branchen (z.B. Elektroinstallation, Gebäudetechnik, Elektro-Großgeräte, Unterhaltungselektronik, ITK) sind Smart-Home-Technologien bereits zu einem wichtigen Wettbewerbskriterium im Kerngeschäft der Marktakteure geworden. Zum einen investieren die Unternehmen in die Konnektivität und Sensorik ihrer Geräte sowie in den Aufbau von digitalen Angebotskonzepten und datengetriebenen Servicemodellen. Zum anderen werden Konnektivität und Interoperabilität der Produkte im Kontext übergeordneter Smart-Home- und Smart-Building-Plattformen zunehmend von Marktpartnern vorausgesetzt. Hinzu kommt die sukzessive Vermischung von Smart Home mit Anwendungen zu Consumer IoT, Smart Grid, Elektromobilität, Connected Car und Smart City.

Die Ergebnisse der Studie verleihen dieser Entwicklung Nachdruck: 55 Prozent der Industrieunternehmen sehen sich in Bezug auf Smart Home einem hohen bis sehr hohen Handlungs- und Wettbewerbsdruck ausgesetzt. In den Branchen Telekommunikation, HVAC (Heating, Ventilation, Air Conditioning – Heizung, Lüftung, Klimatechnik), Gebäudetechnik-/ Hausautomation sowie Consumer Electronics liegt dieser Anteil sogar bei bis zu 80 Prozent der Unternehmen (Abb. 4).

Der zunehmende Handlungsdruck zeigt sich auch in einem deutlichen Anstieg der Investitionen in Technologien, Produkte, Software und Services zu Smart Home – branchenübergreifend und auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette. Knapp die Hälfte der Unternehmen hat ihre Budgets für Smart Home gegenüber dem Vorjahr erhöht, bei weiteren 30 Prozent blieb das Investitionsbudget immerhin auf Vorjahresniveau (Abb. 5).

Zudem offenbart die Studie, wie weit die Smart-Home-Akteure aus der Industrie mit ihren Aktivitäten vorangeschritten sind: Knapp 70 Prozent befinden sich bereits in der Vermarktung bzw. arbeiten an der Erweiterung ihrer Angebote. Weitere 12 Prozent verorten ihre Smart Home Aktivitäten noch in die Konzeptions-/ Prototyping-Phase (Abb. 6). Ab 2020 dürften noch mehr Produkte und Services mit Smart-Home-Technologien „onboard“ ausgestattet sein, vermutet Kotschi Consulting.

58 Prozent der Befragten aus der Industrie geben an, dass ihre größte Herausforderung immer noch in der Erarbeitung funktionierender Geschäftsmodelle liegt, gefolgt von komplexen Technologie- und Plattformentscheidungen. Nicht wenige Marktakteure fürchten – angesichts nicht monetarisierbarer Geschäftsmodell-Komponenten von „Retrofit-“ oder „Gadget-Angeboten“ – um die Durchhaltekraft ihrer Investoren bzw. der „Smart X“-Programmsponsoren. Betroffen sind vor allem in der Cross Industry agierende Unternehmen, die ihre Smart-Home-Konzepte ohne Verknüpfung mit dem Kerngeschäft und/oder außerhalb des eigenen Unternehmens aufsetzen, etwa mittels B2B Platform Service Providern, via Corporate Start-ups oder über die Akquisition vermeintlich attraktiver externer Lösungen.

„Im Gegensatz dazu verfügen die etablierten Markenunternehmen aus den traditionellen Branchen („Domain-Player“) langfristig über die besseren Karten im Smart-Home-Markt, da sie die Themen in enger Verknüpfung mit dem Kerngeschäft treiben und zudem über die jeweiligen domainspezifischen Kernkompetenzen verfügen. Was den Domain-Playern hingegen fehlt, sind die im Wettbewerb immer wichtiger werdenden digitalen, datengetriebenen Komponenten, die nun sukzessive nachgezogen werden,“ so Dr. Bernd Kotschi.

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