Digitalisierung erzeugt neue Geschäftsmodelle im Handel

Dr. Bernhard Rohleder
Dr. Bernhard Rohleder - Foto: bitkom

Längst haben Beratung via Chat, Lieferung bis an die Haustür oder Click-and-Collect im Geschäftsleben Einzug gehalten. Mit solchen Diensten hat die Digitalisierung dem Handel online wie offline zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnet. Dabei geht es nicht nur um einzelne Services, die den Kunden angeboten werden, sondern auch um die Entwicklung ganz neuer Geschäftsmodelle. Der Digitalisierungsverband Bitkom hat dazu eine Befragung durchgeführt.

Komplett neue Produkte und Dienstleistungen möglich

Jedes zweite Handelsunternehmen in Deutschland (53 Prozent) bietet, so die Bitkom-Befragung von 504 stationär und online tätigen Groß- und Einzelhändlern in Deutschland , infolge der Digitalisierung komplett neue Produkte und Dienstleistungen an. Sechs von zehn Unternehmen (63 Prozent) haben ihren Service deutlich verändert, um den Kunden eine nahtlose und kanalübergreifende Kommunikation zu ermöglichen. 41 Prozent prognostizieren, ihr Umsatz werde infolge der Digitalisierung langfristig stark wachsen. Ein erfreulicher Punkt: 56 Prozent der Befragten gaben an, infolge der Digitalisierung neue Kunden hinzugewonnen zu haben.

Kundenanspruch verändert sich

„Die Ansprüche der Kunden haben sich mit der Digitalisierung massiv verändert – nicht nur beim Online-Shopping, sondern auch in stationären Ladengeschäften, wo zunehmend smarte und digitale Services erwartet werden. Wichtig ist, dass der Handel mit diesen Erwartungen Schritt hält“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Viele Unternehmen haben diese Notwendigkeit bereits erkannt. Händler, die bislang noch nicht aktiv wurden, sollten ihr Geschäftsmodell jetzt dringend auf den digitalen Prüfstand stellen. Dadurch werden die Unternehmen nicht nur serviceorientierter, sie bleiben vor allem wettbewerbsfähig.“

Digitalisierung im Handel lohnt sich

Immerhin vier von zehn Unternehmen (40 Prozent) verfolgen eine zentrale Strategie für die Bewältigung des digitalen Wandels. Weitere 30 Prozent verfügen in einzelnen Unternehmensbereichen über eine entsprechende Strategie. 27 Prozent geben jedoch an, keinerlei Strategie für die Digitalisierung ihres Unternehmens zu haben. „Digitalisierung erfordert finanzielle und personelle Anstrengungen, aber es lohnt sich“, so Rohleder.

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