Künstliche Intelligenz in Consumer Electronics

Hans-Joachim Kamp gfu
Hans-Joachim Kamp - Foto: gfu

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) polarisiert die Verbraucher, wie die gfu in einer repräsentativen Studie festgestellt hat. Demnach steht eine Mehrheit von 71 Prozent der befragten Konsumenten aus Deutschland den Einsatz von KI eher skeptisch gegenüber. Es werden zwar auch Vorteile gesehen, die Befürchtungen überwiegen jedoch. Auf die Arbeitswelt bezogen befürchten 64 Prozent der Befragten, dass ein zunehmender Einsatz von KI zum Abbau von Arbeitsplätzen führen wird.

Drei Hauptargumente führen die Skeptiker an:

  • 60 Prozent sagen, dass sie ihre persönlichen Daten und Verhaltensmuster nicht preisgeben wollen
  • 59 Prozent sagen, dass sie die Technologie für noch nicht ausgereift halten
  • 56 Prozent befürchten, dass KI sie kontrollieren wird.

Auf der IFA 2019 aber war zu sehen, wie umfangreich KI in Produkten der Consumer und Home Electronics bereits genutzt wird. Wer beispielsweise mit einem Oberklasse-Smartphone fotografiert, profitiert von der optimalen Einstellungen für ein Motiv je nach Lichtverhältnis. In TV-Geräten für 4K oder 8K kommt das Upscaling zum Einsatz, das bislang über feste Algorithmen gesteuert wurde. Doch auch hier wird immer mehr KI eingesetzt: Die Technologie vergleicht das aktuelle Bild mit Millionen von Referenzmustern und wählt die zur jeweiligen Szene passende Rechenformel. Dabei lernt die KI ständig dazu, um sich stetig zu verbessern.

Künstliche Intelligenz lernt mit der Zeit dazu

Es sind also nicht allein Sprachassistenten wie Alexa, Google oder Siri in denen Künstliche Intelligenz wirkt. Sondern maschinelles Lernen erfolgt zunehmend in den Geräten, die uns täglich umgeben. Dennoch haben die in der gfu-Studie befragten Konsumenten durchaus recht, wenn sie meinen, dass die Technologie noch nicht ausgereift sei. Tatsächlich „reift“ die KI-Technologie erst durch ihre Nutzung. Sie lernt dazu, wird im Laufe der Zeit immer besser. Aus einer „ich habe sie leider nicht verstanden“-Antwort auf einen dahin genuschelten Sprachbefehl wird mit der Zeit ein klagloses und kommentarloses Ausführen des Kommandos.

„KI wird in immer mehr Geräte einziehen“

„Bei KI verhält es sich wie bei vielen neuen Technologien: Anfangs überwiegt häufig die Skepsis. Erst wenn erkannt wird, dass der Nutzen größer ist und schwerer wiegt als die Bedenken, dann schlägt die Stimmung ins Positive um“, so Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu. „KI wird ihren Weg gehen und in immer mehr Geräte einziehen. Die Geschwindigkeit der Verbreitung hängt vom Vertrauen ab, das die Konsumenten der Technologie entgegenbringen. Es liegt an uns, der Industrie, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen.“

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