In nur acht Wochen erzielt der Handel 20 Prozent des Jahresumsatzes

GfK Logo vor Einkaufsstraße.

Der Black Friday läuft dem klassischen Weihnachtsgeschäft den Rang ab. Das ist die These, die viele Händler mittlerweile unterstreichen können. Die GfK hat sich nun in einer Untersuchung die Hochsaison im Handel näher angesehen und belegt den Trend mit Zahlen. Doch auch die Absätze des Weihnachts- und nachweihnachtlichen Geschäfts sind nicht zu unterschätzen

Black Friday, Weihnachten sowie die Nachweihnachtszeit (Kalenderwoche 52 bis 2) unterscheiden sich erheblich in ihrer Dynamik. Die Umsatzzahlen an Black Friday wachsen extrem stark. Im Vergleich zu einer Durchschnittswoche erreichen sie Wachstumsspitzen um 114 Prozent. Die Absätze des Weihnachts- und nachweihnachtlichen Geschäfts liegen bei 45 bzw. zwölf Prozent über dem einer normalen Woche. Während das Geschäft nach Weihnachten also immer stärker wächst, ist das eigentliche Weihnachtsgeschäft (Woche 50/51) rückläufig.

Norbert Herzog. GfK. Foto: GfK
Norbert Herzog Foto: GfK

„Die Umsatzdynamik setzt früher denn je ein“, erklärt Norbert Herzog, GfK-Experte im Bereich Retail. „In unseren Point of Sales Zahlen können wir immer stärker einen Black-Friday-Effekt erkennen, der mehr und mehr Verkäufe in den November verschiebt. 2019 stiegen bereits in der Woche vor Black Friday die Verkäufe dank vermehrter Preisaktionen um satte 17 Prozent. Händler können mit diesem Wissen zusätzliche Potenziale hinsichtlich ihrer Promotionaktivitäten ausschöpfen.“

Für die Studie hat die GfK diese Schlüsselmärkte beobachtet: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Vereinigtes Königreich, Polen, Türkei, Brasilien.

Onlinekäufe vs. Käufe im Geschäft variieren

Die Anteile der Onlineverkäufe liegen nicht an allen drei Shopping Events über denen einer durchschnittlichen Woche – beispielsweise an Weihnachten. Sie erreichen jedoch am Black Friday ihren Höhepunkt mit einer Umsatzsteigerung von 200 Prozent. Dies spiegeln auch die Ergebnisse der GfK-Studie „FutureBuy“ wider. Rund 88 Prozent der Befragten stimmen demnach der Aussage zu „Saisonale Rabatte bewirken, dass ich mehr Online-Einkäufe tätige“. Zudem rufen Verbraucher eher Händler-Webseiten direkt auf als Suchmaschinen zu nutzen, was wiederum Händlern ermöglicht, ihre Werbekampagnen zielgerichtet und effizient einzusetzen.

Bestseller und der Trend zu höherwertigen Produkten

Canon DSLR-Kamera EOS 850D
Foto: Canon

Der größte Umsatz wird an Black Friday mit Unterhaltungselektronik erzielt, gefolgt von Haushaltskleingeräten auf dem zweiten und Informationstechnologie auf dem dritten Platz.

An Weihnachten ändert sich dieses Bild. Dann sind besonders Haushaltskleingeräte gefragt, denn Geräte rund um das Thema Schönheit bieten großes Geschenkpotenzial. Auch Kameras und Produkte im Bereich Telekommunikation verkaufen sich an Weihnachten, aber auch in der nachweihnachtlichen Zeit gut.

Dabei gibt es in den beobachteten Märkten durchaus Unterschiede hinsichtlich der Kategorien, in denen in der Black-Friday-Woche im Vergleich zur Vorwoche ein starkes Wachstum erzielt wurde. In Spanien und Italien waren bei Verbrauchern beispielsweise Digitalkameras gefragt. Verbraucher hierzulande kauften hingegen besonders gerne Lautsprecher, während Fernseher in Polen und Brasilien vorne lagen. In Großbritannien wurden vor allem Camcorder nachgefragt und in Frankreich verzeichneten Heim-Audiosysteme die höchsten Zuwachsraten.

Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen

Verbraucher sehen Shopping Events nicht mehr nur als Möglichkeit, ein Schnäppchen zu machen. Vielmehr erwarten sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wobei der Trend zu Premiumprodukten geht. Deshalb stieg der Durchschnittspreis in der Black-Friday-Woche 2019 gegenüber einer normalen Woche um 40 Prozent an. Solche Shopping Events bieten also die Möglichkeit, Verbraucher zum Kauf höherwertiger Produkte zu motivieren und so entsprechend den Umsatz zu steigern. Dies gelingt Händlern am besten dann, wenn sie die richtigen Premiumprodukte in einem überschaubaren Rahmen von ehrlichen Angeboten zur Verfügung stellen.

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