Mutmacher: Netzwerk vor Ort nutzen

Stefan Tremmel Werkstatt Service
Foto: Stefan Tremmel

Stefan Tremmel, EP-Mitglied und Geschäftsführer von Technikwerker / Der Heuschneider in Dorfen, hat sich in den letzten Jahren zunehmend auf Firmen- und Geschäftskunden spezialisiert. Diese Ausrichtung kommt ihm nun in der Krise zugute, auch wenn er auf sein Unternehmen und die gesamte Branche „schwere Zeiten“ zukommen sieht.

Mit unserem Schwerpunkt auf das Objektgeschäft und Geschäftskunden rufen bei uns derzeit viele Firmen an, weil sie z.B. zehn Laptops fürs Home Office benötigen. Oder Kliniken brauchen 20 iPhones, weil ihre Mitarbeiter nur noch darüber mit den Patienten kommunizieren dürfen. In so einer Situation zeichnet sich unserer Firmenkunden-Netzwerk aus. Wer das nicht hat, also „TK only“, für den wird es dann schon sportlich.

Jetzt Soforthilfe beantragen

Dennoch wird die Krise ein immenser Schaden werden für alle. Ich kann daher nur appellieren an alle Händler, jetzt Soforthilfe zu beantragen und mit dem Steuerberater alle Dinge klären (Umsatzsteuervorauszahlung etc.), die man jetzt machen kann.

Geschäftskunden kontaktieren

TV Heuschneider in Zeiten von Corona
TV Heuschneider in Zeiten von Corona, Foto: Stefan Tremmel

In meinem Ladengeschäft habe ich aktuell eine Notbesetzung, die Anrufe entgegennimmt und an die Werkstatt weiterleitet. Diese Mitarbeiter telefonieren derzeit unsere Geschäftskunden ab: Braucht ihr was, wie können wir helfen?

Die EP-Zentrale bietet gute Unterstützung und bemüht sich, von der Industrie verlängerte Zahlungsziele zu bekommen. Aber letztlich muss jeder selber vor Ort schauen, was er in so einer Situation jetzt machen kann. Man kann auch über den Onlineshop oder über eBay verkaufen. Aber preislich kann man da kaum mithalten. Höchstens ein Kunde sagt sich, ich kaufe aus Solidarität bei meinem Händler vor Ort über den Webshop. Unser Onlineshop läuft über unseren TK-Distributor Brodos. Wir haben kein Aufwand damit , sind aber gewinnbeteiligt, d.h. die Marge ist flexibel festlegbar – eine gute Sache.

Es sind tatsächlich sehr schwierige Zeiten. Man kann nur hoffen, dass durch den drastischen Shutdown das Virus jetzt schnell ausgebremst wird, so dass alles in ein paar Wochen überwunden ist. Aber jammern hilft auch nicht. Zum Glück haben wir ein gutes Gesundheitssystem in Deutschland.

Zusammenhalt unter Kollegen

Wichtig ist der Zusammenhalt unter den Kollegen in der Branche. Dazu muss ich auch ein Netzwerk nutzen. Ich muss wissen, wer kann was in der Gegend. Mit Handwerkern, Elektrikern oder Händlerkollegen aus anderen Branche müsste man sich austauschen und schauen, was man zusammen umsetzen kann.

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