Was bei der Installation von Elektro-Ladeinfrastruktur zu beachten ist

Stromtankstelle für E-Auto
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Ob E-Bike, E-Scooter oder E-Auto – die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Nach Angaben von Statista vom Mai dieses Jahres wird die Abdeckung im Bundesgebiet immer größer: Im zweiten Quartal 2020 lag die Anzahl der Ladestationen in Deutschland bei rund 19.200, während es im Vorjahr noch etwa 15.400 waren.

CCS-Stecker für E-Autos

E-Auto Ladestation
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Wer lange Strecken mit dem Elektroauto fährt, muss sich über den richtigen Stecker an den Unterwegs-Ladestationen auch keine Gedanken mehr machen. Seit 2016 müssen in Deutschland alle neuen Ladepunkte einheitlich mindestens mit dem Combined Charging System (CCS) ausgerüstet, barrierefrei und ohne vorherige vertragliche Bindung zugänglich sein. Steckervielfalt und inkompatible Ladepunkte gehören damit der Vergangenheit an: CCS ist in Europa, den USA sowie weiteren Automobilmärkten etabliert.

Laden im eigenen Zuhause

Damit ist die Basis für die steigende Anzahl von Elektrofahrzeugen im öffentlichen Raum geschaffen. Am komfortabelsten ist es allerdings noch immer, das Fahrzeug zuhause aufzuladen. Für 80 bis 90 Prozent der Strecken, die zurückgelegt werden, ist das auch vollkommen ausreichend. „Wer sich ein E-Auto oder auch ein E-Bike anschaffen möchte, tut gut daran, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wie das Laden im eigenen Heim sicher und effizient funktioniert“, stellt Andreas Habermehl vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) fest.

Voraussetzungen für Ladeinfrastruktur schaffen

Andreas Habermehl ZVEH
Andreas Habermehl, Foto: ZVEH

Bei einen Neubau oder umfassenden Renovierungsmaßnahmen sollte der Kunde bereits an die Voraussetzungen für eine Ladeinfrastruktur denken, auch wenn er noch kein E-Fahrzeug besitzt. „Die Mehrkosten für vorbereitende Maßnahmen wie entsprechende Leerrohre oder einen zusätzlichen Zählerplatz sind verhältnismäßig gering und erlauben zu einem späteren Zeitpunkt die unkomplizierte Installation einer Ladestation“, erklärt Andreas Habermehl vom ZVEH. „Ohne die nötigen Voraussetzungen zahlt man für die Nachrüstung ein Vielfaches des Preises. Es lohnt sich daher, rechtzeitig an die Zukunft zu denken und die Weichen für E-Mobilität zu stellen.“

E-Auto in Kombination mit Solarstrom

Ein weiterer Aspekt ist beim Betrieb eines E-Autos eine Überlegung wert: Wollen die Kunden komplett emissionsfrei fahren, müssen sie das Auto mit regenerativem und schadstofffrei produziertem Strom laden. Eine klimaneutrale und kosteneffiziente Option ist Solarstrom, der über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Wohnhauses, der Garage oder des Carports erzeugt werden kann. So lässt sich das Elektrofahrzeug direkt an der Quelle mit erneuerbarer Energie aufladen. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll, denn überschüssiger Strom kann zusätzlich im Haus genutzt oder in einem Heimspeicher zwischengespeichert werden.

Sichere Installation von Wallboxen

Laden eines Elektroautos
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„Je nachdem, ob es sich um ein E-Bike oder ein E-Auto handelt, gibt es beim Aufladen erhebliche Unterschiede“, erklärt Andreas Habermehl vom ZVEH. Der Experte weist darauf hin, dass für das Laden eines Elektroautos eine normale Steckdose ungeeignet ist. In Frage kommen hier nur spezielle Ladestationen: die Wallboxen. Für die Integration der Ladeeinrichtung sollte die vorhandene elektrische Anlage mit dem E-Check E-Mobilität überprüft und gegebenenfalls modernisiert werden. Der E-Check schafft die nötigen Voraussetzungen für die Installation einer Ladestation und garantiert den sicheren Betrieb. Im Schadensfall schützen Prüfprotokoll und Prüfplakette vor eventuellen Ersatzansprüchen der Versicherung.

Bei der Entscheidung für eine Wallbox liefert der aktuelle Ladestationen-Test des ADAC eine erste Orientierungshilfe. Hier gibt es nicht nur deutliche Unterschiede beim Preis, sondern auch in Sachen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Bedienung. Auch die Broschüre von Elektro+ „Elektromobilität – Ladeinfrastruktur für Wohngebäude“ gibt einen Überblick über die wichtigsten Aspekte rund um das Aufladen in den eigenen vier Wänden.

Aufladen von E-Bikes

Das Aufladen des E-Bike-Akkus kann zu Hause an der Steckdose erfolgen. Hierbei gilt es jedoch zu beachten: Das Bike darf beim Laden nicht in Reichweite von brennbaren Materialien stehen. Außerdem braucht der Akku etwa zehn Minuten, um sich an die Raumtemperatur anzupassen, andernfalls kann er sich beim Laden aufblähen und entzünden. Eine weitere Gefahrenquelle: Steht das E-Bike längere Zeit ungenutzt im Keller, kann sich der Akku tiefenentladen. Dadurch steigt die Gefahr, dass der Akku in Brand geraten kann. Nutzer sollten ihr E-Bike deshalb spätestens alle ein bis zwei Monate aufladen, auch wenn sie nicht damit gefahren sind. Am besten ist es, den Akku draußen an einem wettergeschützten Platz aufzuladen. Bei der Planung und Installation einer Steckdose können Sie die Kunden in diesen Dingen beraten.

Bundesregierung fördert E-Autos

Um mehr E-Autos auf Deutschlands Straßen zu bringen, unterstützt die Bundesregierung den Kauf eines Elektrofahrzeugs mit einer Prämie. Im Rahmen des Konjunkturprogramms zur Corona-Pandemie soll diese Prämie noch deutlich erhöht werden. Wie der ZVEH-Verband mitteilt, soll die Förderung des Bundes für die bestehende „Umweltprämie“ befristet bis Ende 2021 für E-Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro von 3.000 auf 6.000 Euro steigen. Dazu kommt eine Förderung der Hersteller. Auch der Ausbau des Ladenetzes sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung sollen zusätzlich mit 2,5 Milliarden Euro unterstützt werden. Als zusätzlichen Vorteil können Elektrofahrer sich über eine Kfz-Steuerbefreiung und Privilegien wie gesonderte Fahrspuren oder Parkplätze freuen.

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