Home Business Wirtschaft Durchwachsene Bilanz: Sennheiser kündigt Stellenabbau an

Durchwachsene Bilanz: Sennheiser kündigt Stellenabbau an

Die Sennheiser-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2019 weltweit einen Umsatz von 756,7 Millionen Euro über alle Sparten hinweg. Der Ertrag vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieb mit 18,5 Millionen Euro leicht hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Dieses Jahr begeht Sennheiser sein 75-jähriges Jubiläum. Aufgrund der Corona-Krise und einem verändertem Marktumfeld erwartet das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr jedoch einen signifikanten Umsatz- und Ertragsrückgang. Aus diesem Grund sollen bis Ende 2022 insgesamt rund 650 Stellen abgebaut werden, davon ca. 300 in Deutschland.

„Große Herausforderungen“

„Mit dem Ergebnis für 2019 schauen wir auf ein durchwachsenes Geschäftsjahr zurück“, sagt Co-CEO Daniel Sennheiser (im Bild rechts). „Zudem stellen uns massive Veränderungen im Consumer-Markt sowie die sinkende Nachfrage an Audio-Produkten aufgrund der Corona-Krise in diesem Jahr vor große Herausforderungen. Um das Unternehmen für eine erfolgreiche Zukunft aufzustellen, werden wir unsere Organisationsstruktur an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen und auf die neuen Anforderungen ausrichten.“

Sein Bruder und Co-CEO Andreas Sennheiser ergänzt: „Wir werden an unseren Kernkompetenzen festhalten und die beiden Divisionen Consumer und Professional weiter stärken. Hierfür erhöhen wir die Eigenständigkeit der Divisionen und übertragen die operative Verantwortung vollständig an diese beiden Geschäftsbereiche. Sennheiser steht seit seiner Gründung vor 75 Jahren für exzellente Klangqualität und außergewöhnliche Audioerlebnisse – dafür werden wir auch in Zukunft stehen.“

Sozialverträgliche Lösungen

Stellenstreichungen sollen vornehmlich in den zentralen Bereichen wie Supply Chain und Operations erfolgen. Der Abbau soll möglichst sozialverträglich erfolgen. „Wir sind ein Familienunternehmen und jeder einzelne unserer Mitarbeiter ist Teil des Teams. Gemeinsam teilen wir die Leidenschaft für Audio. Vor diesem Hintergrund fällt uns dieser Schritt sehr schwer, und es ist uns wichtig, betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich zu vermeiden und mit den Mitarbeitern individuelle Lösungen zu finden“, unterstreicht Andreas Sennheiser.

Bereich Consumer Electronics

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch im Bereich Consumer Electronics spürbar: Der weltweite Kopfhörer-Markt ist laut Sennheiser in den vergangenen Monaten um 30 bis 40 Prozent geschrumpft. Im gleichen Umfang ging auch der Umsatz von Sennheiser-Kopfhörern zurück. Um die negativen Effekte abzumildern, hatte Sennheiser neben umfassenden Kostenreduzierungen in Deutschland auch Kurzarbeit eingeführt. An den ausländischen Sennheiser-Standorten wurden im gleichen Umfang Maßnahmen zur Einsparung von Lohn- und Sachkosten umgesetzt.
Umsatz nach Divisionen
Im Geschäftsjahr 2019 verzeichnete Sennheiser zwar im professionellen Bereich ein kräftiges Wachstum, blieb mit dem Consumer-Geschäft jedoch hinter den Erwartungen zurück. Im Heimatmarkt Deutschland konnte Sennheiser Sparten-übergreifend den Umsatz um 1,8 Prozent bzw. 1,9 Millionen Euro auf 103,1 Millionen Euro steigern.

Weltweit erwirtschaftete die Consumer Division einen Umsatz von 393,4 Millionen Euro. Damit stieg der Umsatz zwar um 4,1 Prozent bzw. 15,4 Millionen Euro, blieb aber deutlich hinter dem Wachstum des Kopfhörer-Markts insgesamt zurück.
Umsatz 2019 nach Regionen, Foto: Sennheiser
Umsatz 2019 nach Regionen, Foto: Sennheiser

Investitionen in R&D

„Um für unsere Kunden innovative Audio-Erlebnisse zu schaffen und die Zukunft der Audio-Branche zu gestalten, investieren wir fortlaufend in unsere Entwicklungsaktivitäten“, erklärt Dr. Andreas Sennheiser. So erhöhten sich die Investitionen der Sennheiser-Gruppe 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent auf 63 Millionen Euro. Das entspricht 8,3 Prozent des Umsatzes. „Auch in den kommenden Jahren werden wir weiter im Bereich Entwicklung investieren. Dabei werden wir wie bereits in der Vergangenheit eng mit unseren Kunden und Partnern zusammenarbeiten.“ Wichtiger strategischer Bestandteil bleibt das Technologieprogramm AMBEO.
Foto: German Brand Award
Foto: German Brand Award

German Brand Award für Sennheiser

Unterdessen wurde der Audiospezialist für seine Markenarbeit mit dem German Brand Award in Gold in der Kategorie „Excellent Brands – Consumer Electronics“ ausgezeichnet. Außerdem erhielt Sennheiser vom German Brand Award in der Kategorie „Corporate Brand of the Year“ das Prädikat „Winner“.
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