Erfolg in der Nische: Steigende Absätze bei Schallplatten und Plattenspielern

Absatz Plattenspieler 2020
Foto: gfu

Sie dreht sich und dreht sich immer weiter: Die gute alte Vinyl-Schallplatte bleibt bei ihren Fans beliebt. Im ersten Halbjahr 2020 wurde laut Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mit Schallplatten in Deutschland ein Umsatz von rund 35 Millionen Euro erzielt (plus 4,6 Prozent). Diese positive Entwicklung könnte sich nach Einschätzung des BVMI im zweiten Halbjahr fortgesetzt haben. 2019 erreichte der Umsatz 79 Millionen Euro (plus 13,3 Prozent) – und damit ein neues 10-Jahres-Hoch. Damit setzt die LP ihr Umsatzwachstum fort.

Analoge Plattenspieler

Das Wachstum wirkt sich auch positiv auf Absatz und Umsatz von analogen Plattenspielern aus: Aktuelle Marktdaten der gfu und GfK zeigen ein Wachstum in dieser kleinen, aber feinen Nische. 160.000 Plattenspieler wurden 2020 verkauft, ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz stieg um knapp 20 Prozent auf 36 Millionen Euro. Dabei geben Vinyl-Liebhaber mehr Geld aus: 2019 lag der Durchschnittspreis eines Plattenspielers bei 206 Euro, im Jahr darauf stieg der Durchschnittspreis auf 225 Euro (plus 9 Prozent).

Dr. Sara Warneke
Dr. Sara Warneke, Foto: gfu

„Der Markt für Vinyl-Schallplatten und Plattenspieler sorgt mit seinem Wachstum immer wieder für positive Überraschungen. Viele Menschen mögen offensichtlich diesen ‚entschleunigten‘ Musik-Genuss und die damit verbundene Vorfreude darauf bereits beim Auspacken der Schallplatte. Entsprechend ist neben dem Absatz auch das Angebot an modernen Plattenspielern wieder angestiegen“, erklärt gfu-Geschäftsführerin Dr. Sara Warneke.

Was macht den Reiz einer Vinyl-Schallplatte aus? Besserer Klang oder die Zeremonie des Abspielens? „Rein technisch lässt sich ein besserer Klang nicht belegen, denn die Abtastung der Schallplatte ist mit Rauschen und Knistern verbunden, die Stereokanäle sind nicht annähernd so exakt getrennt wie in der digitalen Welt der CD und zudem beeinflussen Resonanzen den Frequenzgang“, so die Einschätzung der gfu Consumer und Home Electronics GmbH. „Zurück bleiben kaum erklärbare, subjektive Eindrücke zugunsten der Vinyl-Scheibe. Nicht zur Diskussion steht allerdings der haptische Reiz mit Auspacken, Auflegen und Abspielen der großen Scheibe.“

zur Startseite >

Anzeige
Colop Banner