Fotomarkt weiter unter Druck, aber Trend zu hochpreisigen Kameras

Frau mit Kamera
Foto: pixabay

Auch 2020 war der Imaging-Markt in Deutschland rückläufig. Das geht aus einer Auswertung der vom PIV-Verband gemeinsam mit GfK erhobenen Verkaufszahlen hervor (auf Basis des GfK Point of Sales Tracking). So blieb der Umsatz für den Gesamtmarkt Digitalkameras, inklusive Camcorder und Actioncams, mit einem Volumen von knapp 718 Millionen Euro um rund 153 Millionen Euro hinter den Ergebnissen des Vorjahres zurück. Das Segment der klassischen Spiegelreflexkameras (DSLR) musste einen Absatzrückgang von fast 40 Prozent hinnehmen, auch wenn der Umsatzverlust wegen höherer Verkaufspreise mit 30 Prozent nicht ganz so hoch ausfiel. Dagegen waren die spiegellosen Systemkameras mit einem Umsatzrückgang von 5,6 Prozent von der Flaute weniger betroffen.

Umsatzzuwächse zum Weihnachtsgeschäft

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Foto: PIV

Die Erwartungen, dass das Weihnachtsgeschäft mit Mehrwert-Aktionen und Verkaufsaktionen den Rückgang auf ein leichtes Minus im Gesamtjahr begrenzen könnte, wurden nicht erfüllt, obwohl im vierten Quartal die Umsätze im Vergleich zum dritten Quartal spürbar zulegten. In welchem Umfang der zweimalige Lockdown im Jahr 2020 die Entwicklung des Imaging-Gesamtmarktes beeinflusst hat, lässt sich den Angaben zufolge noch nicht beziffern. Die Reisebeschränkungen dürften aber dazu geführt haben, dass die oft mit dem Urlaub verbundenen Anschaffungen neuer Kameras verschoben wurden.

Es gibt jedoch auch Bereiche im Imaging-Markt, die von den Rückgängen nicht betroffen sind, so etwa die Sofortbildkameras mit entsprechendem Zubehör. In Deutschland werden rund neun Filme pro erworbener Kamera verkauft. Das bedeutete 2020 einen zusätzlichen Umsatz von 31 Millionen Euro. Der Gesamtwert des Sofortbildmarktes liegt damit bei rund 65 Millionen Euro.

Der Verkauf von Fotodrohnen hat sich ebenfalls positiv entwickelt: Im Vergangenen Jahr gingen 294.000 Stück über die Ladentheken und spülten 166 Millionen Euro Umsatz in die Kassen.

Ausgesprochen stabil zeigte sich der Bereich Fotofinishing. „Viele Konsumenten nutzten die zusätzliche Zeit, die sie wegen der Corona-Beschränkungen zu Hause verbrachten, um sich mit ihren Fotos zu beschäftigen sowie Emotionen und Nähe mit Print-Fotoprodukten auszudrücken“, heißt es dazu beim PIV.

Trend zu hochpreisigen Produkten

Kai Hillebrandt
Kai Hillebrandt, Foto: Panasonic

„Der Durchschnittsverkaufspreis hat sich trotz der Pandemie 2020 sogar erhöht und unterstreicht die Tendenz zum Kauf von höherwertigen und erklärungsbedürftigen Produkten“, so der PIV-Vorstandsvorsitzende Kai Hillebrandt. „Hier können die Fotofachhändler mit Beratung, Service und Verlässlichkeit punkten. Das stimmt uns zuversichtlich für die gesamte Branche.“

Mit dieser Entwicklung steigt auch die Nachfrage nach Schulungen, da immer mehr Konsumenten ihre fotografischen Fähigkeiten verbessern möchten und dabei auf die Unterstützung durch den Fachhandel setzen. Ebenfalls positiv entwickelt sich die Nachfrage nach Imaging-Lösungen für industrielle Anwendungen und den Bereich Sicherheit. Hier bietet sich die Chance, neue Märkte zu entwickeln.

PIV_Uebersicht_Marktzahlen_dt.Foto-Imaging-Markt_2020

 

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