Bitkom-Studie: Zukunft der Consumer Technology

Bitkom-Trendstudie Zukunft der Consumer Technology
Foto: Bitkom

In diesem Jahr wird der Umsatz mit Unterhaltungselektronik voraussichtlich 8,96 Milliarden Euro betragen. Das prognostiziert der Bitkom-Verband in seiner Trendstudie „Zukunft der Consumer Technology 2021“. Im Vergleich zum Vorjahr gehen die Umsätze um vier Prozent zurück, auch weil die anhaltend hohe Nachfrage aufgrund von Lieferengpässen und Materialknappheit teilweise nicht bedient werden kann. Hauptanteil am Umsatz haben laut Bitkom-Studie:

Bei Smartphones prognostiziert der Bitkom-Markt im laufenden Jahr Umsätze in Höhe von 10,9 Milliarden Euro, bei einem Absatz von 22,1 Millionen Geräten. Der Durchschnittspreis für Smartphones liegt demnach bei 495 Euro.

Achim Berg Bitkom
Achim Berg, Foto: Bitkom

„Geräte der Consumer Technology haben in der Pandemie zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Insgesamt läuft der Markt weiterhin auf hohem Niveau“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Bei etlichen Produkten übersteigt die Nachfrage aktuell sogar das Angebot. Denn auch die Consumer Technology ist von Lieferengpässen, Chipmangel und Verwerfungen in der weltweiten Logistik betroffen.“

Ein Drittel nutzt eine Smartwatch

Als wichtigen Wachstumsmarkt hat die Bitkom-Studie in diesem Jahr die „smarte“ Consumer Technology herausgestellt. So nutzen bereits 28 Prozent der Menschen in Deutschland eine Smartwatch. Besonders beliebt ist es, sich über eingehende Nachrichten zu informieren (90 Prozent). Rund die Hälfte nutzt eine Smartwatch als Wecker, Timer oder Stoppuhr (55 Prozent), zur Navigation (54 Prozent) oder zur Steuerung des Smartphones (47 Prozent). Ein Drittel (33 Prozent) erfasst Gesundheitsdaten wie Puls, Blutdruck oder Sauerstoffsättigung mit einer smarten Uhr. Ein vernetztes Zuhause steuern 30 Prozent per Smartwatch.

Künftig dürfte die Überwachung der Gesundheit weiter an Bedeutung gewinnen. So verwenden heute schon 35 Prozent der Nutzer ein Tablet, Smartphone, Smartwach und Fitnesstracker als Schrittzähler, weitere 25 Prozent wollen das künftig tun. 31 Prozent zeichnen mit der Smartwatch Trainingseinheiten auf, 26 Prozent nehmen an Online-Fitnessprogrammen teil.

  • 16 Prozent überwachen aktuell ihre Herzfrequenz, für weitere 19 Prozent ist die Nutzung vorstellbar
  • 11 Prozent kontrollieren ihre Ernährung (für 20 Prozent vorstellbar)
  • und jeweils 8 Prozent messen Schlafqualität (für 22 Prozent vorstellbar) und Stresslevel (für 18 Prozent vorstellbar).

Heimtrainer und smarte Vitalsensoren

Auch gänzlich neue Anwendungen haben Potenzial: Je 11 Prozent der vom Bitkom befragten Internet-Nutzer haben Interesse daran, Laufbänder und Heimtrainer mit App-Anbindung zu nutzen (bisher tun das 5 bzw. 4 Prozent). Ebenfalls an Bedeutung gewinnen könnten Springseile mit App-Anbindung (Interesse an der Nutzung haben 7 Prozent), Matratzen mit Sensoren (6 Prozent) sowie Pflaster mit Trink-Erinnerung (5 Prozent) und smarte Einlegesohlen oder Fingerringe zur Messung der Vitalfunktionen (je 4 Prozent). Ganz vorne liegt die Zahnbürste mit App-Anbindung: Bereits 8 Prozent verwenden sie, für 18 Prozent ist die Nutzung vorstellbar.

Dieser als „Quantify yourself“ beschriebene Trend kann jedoch auch zu einer Belastung werden: Zwar sehen 63 Prozent die Hinweise zu Fitness- und Gesundheitsanwendungen als große Erleichterung an und 47 Prozent der Befragten fühlen sich dadurch motiviert. Allerdings stimmen 49 Prozent auch der Aussage zu, dass sie sich durch die Programme unter Druck gesetzt fühlen. Ein Drittel (31 Prozent) verspürt gleichzeitig Erleichterung und Druck durch Fitness- und Gesundheitsanwendungen.

Durchschnittlich zwei Videostreaming-Abos

Für viele Menschen ist Videostreaming mittlerweile Standard: Der Bitkom-Zukunftsstudie zufolge nutzen 70 Prozent aller Befragten Videostreaming:

  • 15 Prozent davon mehrmals täglich
  • 25 Prozent einmal pro Tag
  • und 38 Prozent mehrmals pro Woche.
  • 13 Prozent nehmen die Angebote seltener als wöchentlich in Anspruch.

Das beliebteste Gerät für den täglichen Videokonsum ist inzwischen das Smartphone: 28 Prozent derer, die streamen, nutzen es jeden Tag, um Videos zu schauen, 21 Prozent mehrmals pro Woche. Smartphones liegen damit vor Smart TVs (19 Prozent täglich, 28 Prozent mehrmals pro Woche) und Notebooks (17 bzw. 29 Prozent).

Wo wird bevorzugt gestreamt? Für einen eher klassischen Videoabend nutzen 68 Prozent zumindest hin und wieder aus dem Netz gestreamte Videos. Die Hälfte (48 Prozent) streamt im Bett, sei es morgens oder am Abend. Auch beim Essen sind Videos eine beliebte Beschäftigung: Ein Viertel (25 Prozent) schaut sie parallel zu den Mahlzeiten. In öffentlichen Verkehrsmitteln streamen 22 Prozent, während der Arbeit, in der Schule oder Uni sind es 16 Prozent.

Ausgaben für Videostreaming

Für ihre Unterhaltung geben die Nutzer zunehmend Geld aus: 38 Prozent nutzen ein kostenpflichtiges Abonnement. 22 Prozent verwenden dabei nur einen kostenpflichtigen Dienst, 32 Prozent nutzen zwei Abos und 29 Prozent haben sogar drei oder mehr kostenpflichtige Angebote abonniert. Im Vorjahr lag letzterer Wert noch bei 13 Prozent.

Dabei versuchen viele, die Kosten für ein Abo zu teilen. Die Hälfte der Abonnenten teilt sich Dienste sowie Kosten, 37 Prozent zahlen und nutzen einen Dienst allein, 29 Prozent nutzen einen kostenpflichtigen Dienst bei anderen Personen mit, ohne selbst dafür zu zahlen.

Bereitschaft, Daten preiszugeben

Gleichzeitig sind die befragten Internet-Nutzer mehrheitlich bereit, Daten im Gegenzug für ein kostenloses Angebot oder besseres Nutzungserlebnis zu teilen. 67 Prozent würden Daten grundsätzlich gegen ein kostenloses Videostreaming-Angebot tauschen. 58 Prozent würden zum Sparen ihr Nutzungsverhalten teilen, 54 Prozent ihre Interesseprofile preisgeben und 45 Prozent wären bereit, soziodemografische Daten zu teilen. Geht es um persönliche Daten wie Wohnort oder Beruf, ist ein Drittel (33 Prozent) im Gegenzug für ein kostenfreies Angebot teilungsbereit.

Geringer fällt die Teilungsbereitschaft im Gegenzug für ein besseres Nutzungserlebnis aus. Hier würden 64 Prozent ihre Daten grundsätzlich bereitstellen. 55 Prozent würden ihr Nutzungsverhalten teilen, 49 Prozent Interessenprofile, 34 Prozent soziodemografische Daten und 24 Prozent sensible persönliche Daten.

Die Bitkom-Studie „Consumer Technology 2021“ kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.

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