GfK zur Black Week 2021: Lieferschwierigkeiten führen zu Preissteigerung

Mann am Laptop sucht nach Black-Friday-Angeboten
Foto: Pixabay

Die Verkaufstage rund um die Black Week stehen dieses Jahr unter dem Einfluss von Lieferkettenschwankungen und Chipmangel. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage ungebrochen hoch. Was bedeutet das für Händler und Hersteller? Tatjana Wismeth, Head of Distribution & Supply Chain Intelligence bei GfK, prognostiziert, dass die Black Week 2021 im Zwiespalt zwischen November- und Weihnachtsgeschäft und auf Basis eines höheren Preisniveaus stattfinden wird. Auf Basis fundierter Daten analysiert die GfK die Situation im Tech-Sektor.

Produktverfügbarkeit als bestimmender Faktor

Die aktuellen Nachschub- und Lieferkettenprobleme zeichnen kein rosiges Bild. Auf Basis der gelisteten und verkauften Einzelprodukte im deutschen Distributionsmarkt zeigen die GfK-Analysen eine angespannte Lage. „Zuletzt hat sich zwar eine leichte Verbesserung abgezeichnet, trotzdem bleibt die Situation weiterhin herausfordernd“, meint Tatjana Wismeth.

Für Hersteller bieten sich dadurch sogar neue Chancen: „Durch Produktengpässe bei der Konkurrenz steigt die Wechselbereitschaft zur eigenen Marke und deren Produkte“, so die GfK-Analystin. „Die Pandemie hat bereits gezeigt, dass Kunden oftmals aufgrund nicht verfügbarer Produkte andere Kaufentscheidungen als üblich trafen. Statt nicht zu kaufen, wechselten sie zu anderen Herstellern. Anbieter, die von Lieferschwierigkeiten weniger betroffen sind, haben dadurch die Möglichkeit, neue Kunden zu erreichen, von sich zu überzeugen und diese zu halten.“

Halten Händler Produkte vor?

GfK Logo - growth from knowledge
Foto: GfK

Nicht nur der mangelnde Nachschub aus der Produktion trägt zu geringer Produktverfügbarkeit in den Regalen bei. „In diesem Jahr werden sich Händler zwischen dem Abverkauf in der Black Week oder dem Vorweihnachtsgeschäft entscheiden müssen – für beide Zeiträume könnte die verfügbare Ware nicht ausreichen“, sagt Tatjana Wismeth. „Es bleibt spannend, ob und welche Produkte für das Weihnachtsgeschäft vorgehalten werden.“

Dank der weiterhin hohen Nachfrage im Tech-Sektor stieg laut GfK der Gesamtumsatz der Distribution in Deutschland im September 2021 um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das abgesetzte Volumen sogar um 15 Prozent. Vor allem Hardware-Produkte und insbesondere Peripherie-Geräte fürs Home Office bleiben stark nachgefragt. Dies, in Kombination mit steigenden Rohstoff- und Lieferkosten sowie der Inflation führen nach Einschätzung der GfK zu Preissteigerungen: „Zwar erwarten wir auch in der kommenden Black Week attraktive Preisreduzierungen für Kunden, allerdings wird das gesamte Angebot das bereits erhöhte Preisniveau widerspiegeln.“

Für Händler kein Umsatzeinbruch zu erwarten

„Insgesamt bieten unsere vorliegenden Daten positive Aussichten für die Black Week in Deutschland – zumindest für Händler und Hersteller. Es ist zu erwarten, dass sich der Umsatz – gerade auch aufgrund des höheren Preisniveaus – stabil entwickeln wird. Einzig das Absatzvolumen bleibt eine Frage der Verfügbarkeit“, erklärt Tatjana Wismeth abschließend.

zur Startseite

Anzeige
Colop Banner