gfu-Studie: Steigende Ausgaben für Ausstattung im Home Office

Sara Warneke gfu
Dr. Sara Warneke, Foto: gfu

Die Corona-Pandemie hat viele Veränderungen bewirkt, vor allem in der Arbeitswelt. Mobiles Arbeiten und Home Office – zuvor eher die Ausnahme – hat sich fest etabliert. Daran wird sich auch nach dem Ende der Pandemie wohl wenig ändern: In einer jüngst von YouGov im Auftrag der gfu Consumer & Home Electronics GmbH durchgeführten Studie sind 70 Prozent der Meinung, dass Home Office selbstverständlich weiter praktiziert wird. Dies allerdings nicht mehr in so starkem Umfang wie während der Pandemie und den mit ihr verbundenen Abstandsgeboten.

Die Hälfte (50 Prozent) der befragten Berufstätigen gibt an, dass ihre Tätigkeit kein Home Office zulasse. Jeder fünfte (21 Prozent) der Befragten sagt, aktuell ausschließlich im Home Office zu arbeiten, weitere 16 Prozent wechseln zwischen Home Office und regulärem Büroarbeitsplatz. Dies führt dazu, dass bei mehr als einem Drittel (37 Prozent) das Arbeitsleben nicht mehr dauerhaft in den Räumlichkeiten der Arbeitgeber stattfindet.

Investitionen in Arbeitsplatz-Ergonomie

Wer sich dauerhaft im Home Office einrichtet, kommt an Investitionen nicht vorbei. Während vor einem Jahr gerade 55 Prozent der zu Hause Arbeitenden angaben, dass sie in die Ausstattung des Home Office investiert hätten, liegt dieser Wert aktuell bei 70 Prozent. Außerdem ist Ergonomie bei der Arbeit ein wichtiger Aspekt in Hinblick auf Gesundheit und Produktivität. So geben 28 Prozent an, sich einen neuen Bürostuhl angeschafft zu haben, 26 Prozent einen PC-Monitor und 23 Prozent einen neuen Schreibtisch. Tastaturen, Mäuse und Kopfhörer bzw. Headsets gehören mit jeweils 25 Prozent Anschaffungsquote ebenfalls zu den Rennern für das Home Office. Dahinter liegen Drucker/Scanner/Kopierer mit 18 Prozent und Tablets mit 13 Prozent.

gfu-Grafik Ausgaben zu Arbeitsplatz-Ergonomie
Foto: gfu

Sprung bei der Digitalisierung?

Im vergangenen Jahr gaben 36 Prozent an, dass die Pandemie zu einer Beschleunigung der Digitalisierung am eigenen Arbeitsplatz geführt habe. Bei der diesjährigen Umfrage sind es mit 39 Prozent nur wenige mehr. Und nicht nur die weiterhin schleppende Entwicklung am eigenen Arbeitsplatz wird kritisch gesehen: Während im vergangenen Jahr 71 Prozent angaben, dass in der Wirtschaft allgemein ein deutlicher Nachholbedarf in der Digitalisierung bestehe, hat sich dieser Wert in diesem Jahr nur minimal auf 69 Prozent verbessert. Noch kritischer wird die Nicht-Entwicklung bei Behörden und in der öffentlichen Verwaltung gesehen. 77 Prozent geben an, dass hier noch deutlicher Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung bestehe. Im vergangenen Jahr betrug der Wert 78 Prozent – trotz großen Bedarfs spürt die Mehrheit der Befragten also keine Veränderungen.

„Die zwei Jahre Pandemie haben deutlich gemacht, dass die Digitalisierung auch lang etablierte Prozesse in der Arbeitswelt positiv verändern kann. Nun wird es dringend Zeit, dass auch bei Behörden und in den öffentlichen Verwaltungen eine Beschleunigung stattfindet. Dass die Befragten unserer Umfrage das Gefühl haben, hier wäre ein Jahr lang nichts passiert, kann niemanden zufriedenstellen“, kommentiert Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu Consumer & Home Electronics GmbH.

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