BVT rechnet trotz gedämpfter Kauflaune mit stabilem Weihnachtsgeschäft

BVT-Grafik stationärer Handel 2022
Foto: BVT

Auf ihrer Jahreswirtschafts-Pressekonferenz am 8. November in Köln gaben der Handelsverband Technik (BVT) und die Marktforscher der GfK ihre Einschätzung zum diesjährigen Saisongeschäft bekannt, belegt durch aktuelle Marktzahlen. „In der Krise backen die Deutschen kleinere Brötchen. Lässt sich der Traum vom Eigenheim aktuell nicht erfüllen, gönnen sich viele Menschen gerade zu Weihnachten kleinere Freuden, wie praktische Akku-Sauger oder intelligente Kaffeemaschinen“, sagt BVT-Geschäftsführer Steffen Kahnt.

Stationärer Fachhandel wieder im Fokus

BVT-Vorsitzender Frank Schipper
Frank Schipper, Vorstandsvorsitzender Handelsverband Technik, Foto: BVT

Der stationäre Fachhandel hat nach den Corona-bedingten Einbrüchen der letzten zwei Jahre wieder Marktanteile zurückgewonnen. 62 Prozent des Umsatzes werden laut BVT beim Händler vor Ort gemacht. Der Online-Umsatz der stationären Händler liegt wie der Umsatz der reinen Onlinehändler auch, nach den Lockdown-Jahren deutlich über Vor-Corona-Niveau. Ganz unbeschwert gehen die Händler dennoch nicht ins Jahresendgeschäft: „Trotz eines soliden Trends zu energieeffizienten Produkten, lässt sich das Verbraucherverhalten im Moment nicht seriös vorhersagen. Auch eine Fußball-WM, die sonst regelmäßig im TV-Gerätebereich für Impulse sorgt, ist in diesem Jahr kein Umsatzgarant“, erklärt BVT-Vorstandsvorsitzender Frank Schipper.

Zu Beginn der Energiekrise war der Hype auf Heizgeräte & Co. groß. „Sonderkonjunkturen wie bei Heizlüftern, Balkonkraftwerken und mobilen Ladestationen nehmen wir natürlich dankbar an, um schwächere Bereiche abzufedern“, so Schipper. Auf die Black-Friday-Periode und das Saisongeschäft bereitet sich der Fachhandel für Heimelektronik mit größtmöglicher Flexibilität vor. „Wir bieten unseren Kunden mit exzellentem Service vor Ort und Kompetenz im E-Commerce das bestmögliche Einkaufserlebnis in beiden Welten“, betont der BVT-Vorstandsvorsitzende.

Markt für Technische Gebrauchsgüter

In Deutschland werden im Jahr 2022 voraussichtlich 67 Milliarden Euro für Technische Gebrauchsgüter ausgegeben und damit rund 1 Prozent  weniger als im Vorjahr. Nach einem starken Jahresbeginn ohne Corona-Beschränkungen ist der Markt zuletzt in fast allen Sektoren abgeflacht. Der Gesamtmarkt umfasst Konsumelektronik, Foto, Elektrogroß- und -kleingeräte, Telekommunikation, Informationstechnik und Bürobedarf/Verbrauchsmaterial der B2C- und B2B-Vertriebskanäle.

Technischer Verbrauchsgütermarkt 2022 BVT-Grafik
Foto: BVT

Mit Blick auf die konsumentenbezogenen Verkäufe gemäß GfK Sales Tracking Daten (im B2C-Kanal) sind im bisherigen Jahresverlauf 2022 folgende Trends zu beobachten:

OLED TV und große Zollgrößen

Die Umsätze im Bereich Consumer Electronics sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent zurückgegangen. Eine Ausnahme im TV-Segment bilden große Zollgrößen und OLED-TVs. „Geräte mit 75 Zoll aufwärts liegen aktuell hoch im Kurs. Ebenso die OLED-Technologie, die mit plus 8 Prozent weiterhin stark nachgefragt ist“, erläutert Andreas Peplinski, GfK-Experte für technische Gebrauchsgüter. Insgesamt verzeichnen TV-Geräte jedoch einen Umsatzrückgang von 14 Prozent. Der Audio-Markt ist insgesamt um 5 Prozent gewachsen. Gepusht wird diese Entwicklung mit plus 15 Prozent durch Kopfhörer, insbesondere durch True Wireless Bluetooth-Geräte mit plus 21 Prozent.

Smartphones und Smartwatches

Positive Nachrichten gibt es bei der Telekommunikation. Der Markt für Smartphones legt um 14 Prozent zu, auch aufgrund der innovativen Features. „Neueste Chip-Technologien, starke Akkulaufzeiten und verbesserte Kameras treiben die Stückpreise in die Höhe“, so Andreas Peplinski. Auch Wearables wie Smartwatches erfreuen sich mit plus 9 Prozent weiterhin hoher Wachstumsraten. Bestimmte Modelle bieten jetzt mit EKG-App für Herzrythmus-Check und Tracking der Sauerstoffsättigung ein komplettes Gesundheitsmanagement.

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