Netatmo-Chef über die Smart-Home-Trends 2023

Netatmo-Sortiment
Foto: Netatmo

Smarte Geräte bieten viele Vorteile in Bezug auf Komfort, Sicherheit, Einsparungen und vielem mehr. Immer mehr Haushalte wollen sich mit Smart-Home-Technologien ausstatten. Was treibt das gesteigerte Interesse am intelligenten Heim an und wohin wird sich der Markt entwickeln? Philippe Citroën, Managing Director des französischen Smart-Home-Herstellers Netatmo, gibt Antworten.

Künstliche Intelligenz als A und O

Philippe Citroën
Philippe Citroën, Foto: Netatmo

Künstliche Intelligenz wird in naher Zukunft eine wichtige Rolle in der Smart-Home-Branche spielen und den Übergang vom vernetzten Zuhause zum Smart Home markieren. Smart Home hat seine Wurzeln im Konzept der Konnektivität und Fernsteuerung. Doch nun entwickelt sich der Markt in Richtung völlig autonomer Produkte. Mithilfe von KI können sich Smart-Home-Geräte ganz von selbst um Komfort und Sicherheit der Nutzer:innen kümmern und repetitive Aufgaben übernehmen. Dadurch ist es beispielsweise möglich, dass sich ein Vorhang automatisch schließt, wenn die Sonne zu intensiv scheint.

Interoperabilität wird ebenfalls eine Schlüsselrolle im vernetzten Zuhause einnehmen, denn damit sind intelligente Produkte in der Lage, miteinander zu interagieren. Ein Raumluftsensor kann den Dachfenstern zum Beispiel mitteilen, dass es an der Zeit ist zu lüften und die Fenster zu kippen, während eine Wetterstation, die einen plötzlichen Sturm ankündigt, die Fenster wieder schließen kann. Solche Geräte ermöglichen es den Menschen, in einem Haus zu wohnen, das ihre individuellen Bedürfnisse und Gewohnheiten erlernt und versteht.

Matter-Standard

Matter ist ein Kommunikationsstandard zwischen „Connected Objects“, also Objekten, die dazu in der Lage sind, verschiedene Informationen an ein anderes Objekt oder an das Internet zu übermitteln. Der Matter-Standard wird von IP-Technologien wie Wi-Fi oder Thread unterstützt. Diese Protokolle ermöglichen es den Produkten, sich miteinander zu verbinden. Doch um sinnvoll miteinander interagieren zu können, müssen sie auch die gleiche Sprache sprechen. Matter formalisiert diese Sprache und ermöglicht die Interoperabilität zwischen Produkten im Heimnetzwerk. Das bedeutet, dass sich Verbraucher:innen keine Gedanken mehr darüber machen müssen, ob die Smart-Home-Produkte in ihrem Besitz mit neuen Produkten kompatibel sind.

Immer mehr Unternehmen werden ihre Produkte mit Matter kompatibel machen. Damit werden mehr und mehr Szenarien zwischen verschiedenen Marken ermöglicht, da diese nun miteinander kommunizieren können.

Matter wurde von der Connectivity Standards Alliance (CSA) ausgearbeitet. In dieser Gruppe sind rund 220 Unternehmen zusammengeschlossen, darunter Amazon, Apple, Google, Samsung und Ikea. Der Matter-Standard ist also nicht nur effizient, er wird auch von den meisten Marktteilnehmern unterstützt.

Da Netatmo schon immer daran gearbeitet hat, dass seine Produkte eine breite Kompatibilität aufweisen, insbesondere mit Sprachassistenten, betrachten wir diesen Standard als einen neuen Schritt in Richtung von breiteren Anwendungsmöglichkeiten.

Nachhaltigkeit und Energiesparen

Im Moment steigt die Nachfrage nach intelligenten Heizungslösungen aufgrund der Energiekrise stark an. Intelligente Häuser werden bei der Energiewende entscheidend sein. Zum einen können Smart-Home-Produkte dabei helfen, Energie effizienter zu nutzen, beispielsweise indem Heizungspläne erstellt werden und nur dann geheizt wird, wenn es wirklich nötig ist. Zum anderen sind erneuerbare Energien variabel und Smart-Home-Produkte ermöglichen es uns, Energie dann zu nutzen, wenn sie verfügbar ist. Dank maßgeschneiderter Pläne heizt der Heizkessel beispielsweise das Wasser zu einem bestimmten Zeitpunkt des Tages, genau dann, wenn der Wind die Flügel der Windturbine dreht oder die Sonne auf die Solarpaneele trifft.

Symbiose aus DIY und Expertenwissen

Nach dem großen Erfolg von DIY über die letzten Jahre hinweg, ist ein neuer Trend auf dem Markt zu beobachten. Immer mehr Nutzer:innen wollen ihre Produkte selbst installieren. Gleichzeitig wollen sie aber auch die Möglichkeit haben, Fachpersonal kommen zu lassen, das sich die Installation ansieht und aushelfen kann. Eine Zwischenlösung zwischen Autonomie und verfügbarem Service wird daher immer wichtiger.

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