CE-Markt 1+2/ 2018

18 1+2 | 2018 (kn) In einem offenen Brief an die EU-Wettbewerbs-Kommis- sarin Margrethe Vestager forderte CE-Markt Herausgeber Lutz Rossmeisl eine Aufhebung des derzeit bestehenden EU-Verbotes von Doppelpreisstrategien. In ihrer Antwort sicherte die EU-Kommission jetzt zu, sich mit den Argumenten auseinan- derzusetzen und die derzeitigen Regelungen zu überarbeiten Offener Brief von CE-Markt Antwort aus Brüssel: »EU-Kommission überprüft derzeitige Regelun gen« Ein Doppelpreissystem liegt bekannt- lich vor, wenn einem Händler unterschiedliche Einkaufspreise bzw. Ra- batte gewährt werden, je nachdem ob er sein Produkt online oder über den stationären Handel verkauft. Das in der Branche heiß diskutierte Thema ist brand- aktuell, weil das auch vom Bundeskar- tellamt unterstützte Verbot bestimmte Vertriebskanäle einseitig stärkt und den stationären Fachhandel schwächt und »im Rahmen dieser Überarbeitung mit allen Argumenten auseinandersetzen wird, die für und gegen die Zulässigkeit von Doppelpreissys- temen sprechen und diese gegeneinander abwägen. Daneben wird auch Marktteil- nehmern und inter- essierten Kreisen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Auffassungen und Argumen- te vorzutragen und sich dadurch in den Überarbeitungsprozess einzubringen.« Dazu Lutz Rossmeisl: »Ich hoffe und erwarte, dass bei dieser angekündigten Abwägung deutlich mehr Argumente für eine Zulässigkeit von Doppelpreissyste- men sprechen als dagegen und dass mein offener Brief dazu einen wichtigen Beitrag leisten konnte.« CE-Markt bleibt bei diesem Thema weiterhin am Ball. Das komplette Ant- wortschreiben der EU-Kommission in ungekürzter Fassung finden Sie auf www.ce-markt.de . Media-Saturn, Nintendo, Kärcher, Braun, Jura und Philips: Die Homepage des Software-Hauses loadbee vereint das Who is Who der CE-Branche – dabei dürfen nicht einmal alle Kunden genannt werden. Doch wieso schwören so viele Branchenriesen auf ein IT-Unternehmen, das auf den ersten Blick mit 26 Mitarbei- tern eher wie ein Zwerg wirkt? Dafür gibt es mehrere Gründe Das Jahr der Biene Wie loadbee mit Marken wie Miele, BSH und Garmin imMarkt a bhebt Einen »Conversion Rate Uplift« von knapp 25 Prozent hat BSH Hausgerä- te mit loadbee nachgewiesen. »Das bedeutet: Kommen die Produktinformationen über uns in den Händlershop, lan- den 12.500 Produkte im Warenkorb, ohne unsere Plattform gerade mal 10.000«, erklärt loadbee-Pressesprecher Marc Mombauer . Das Geschäftsmodell dahin- ter: loadbee ist eine Plattform, die von Marken aufbereitete Produktinformatio- nen an alle POS verteilt. Marken wie Miele stellen so in Echt- zeit ihre Produktdaten beispielsweise auf die Händlerseiten von Media Markt, Saturn und Conrad. »ImMoment der Kauf- entscheidung erreichen die Marken so die Interessenten unmittelbar mit ihrer eigenen Produktkommunikation«, sagt Mombauer. Klingt tatsächlich simpel: Sieht der Endkunde im Händlershop diese vollumfänglichen Pro- duktinformationen, kauft er mit höherer Wahr- scheinlichkeit. Eine Win- Win-Situation für Händ- ler und Marken. Denn gerade online sind vollumfängliche Produkt- informationen besonders wichtig, weil dort kein Verkaufsberater informiert. Doch die Plattform endet nicht im Onlineshop: loadbee transportiert die Produktinformationen auch an den sta- tionären POS. Damit haben Verkäufer und Endkunden alle Infos zum Produkt gleich zur Hand – darunter Videos und Testsie- gel. Via NFC oder QR-Code erhalten sie dieselben Inhalte wie online auf das Ver- käufer-Tablet oder Smartphone. Auf diese Weise ist die Customer Journey erstmals konsistent. Das steigert das Kauferlebnis und ent- lastet gleichzeitig das Personal, vor allem in Stoßzeiten. Diverse Pilotprojekte laufen bereits: Garmin liefert seinen Digital-Con- tent beispielsweise auf die Verkaufsfläche ausgewählter Märkte. Im Laufe des Jahres soll ausgerollt werden ( CE-Markt 12/2017 berichtete). Doch selbst am stationären POS en- det der Content nicht. Mit den Technologien (NFC und QR) auf den Artikeln selbst grei- fen Endkunden noch nach dem Kauf auf die Produktinforma- tionen zu. Denn sie beinhalten neben den kaufentscheidenden USPs auch Bedienungsanleitungen und Zubehör. Der entscheidende Benefit ist jedoch ein anderer: Eine Plattform ist beliebig skalierbar. Das macht den Zwerg zum Riesen. »Für die Plattform ist es unerheb- lich, ob sie 100 oder 100.000 Händler und Marken hostet, oder 100 statt 10 Spra- chen. Das macht sie so mächtig. Wir haben Marken, die über uns ihre Händ- ler in Europa, Nordamerika und Russland mit Produktdaten beliefern«, sagt Marc Mombauer. Das Beispiel loadbee zeigt, dass die Consumer-Electronics-Branche gerade die Plattformökonomie entdeckt. Dabei bietet die IT-Plattformgleichzeitig für Mar- ken, Händler und Endkunden den Zugang in die digitale Welt – und das konsistent, über jedes Endgerät, an jedem POS und weltweit. deutlich benachteiligt. Aus diesem Grund haben bereits mehrere Unternehmen das EU-Verbot von Doppelpreissystemen hef- tig kritisiert. Die Antwort aus Brüssel auf den offe- nen Brief kam prompt. In dem Schreiben der EU-Kommission vom7. Dezember 2017 wird zugesichert, dass die derzeitigen Re- gelungen für Vertikalvereinbarungen in den kommenden Jahren überarbeitet werden und dass sich die EU-Kommission Margrethe Vestager Bild:TrineSøndergaard Marc Mombauer Bild: loadbee

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