Zukunft von Loewe: Internationale Partnerschaften eröffnen neue Geschäftsfelder

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Dr. Ralf Vogt und Peter Nortmann
Dr. Ralf Vogt (links) und Peter Nortmann - Fotos: Loewe

Gemäß dem firmeneigenen Slogan „Technik für Menschen“ entwickelt sich Loewe vom reinen TV-Geräte-Hersteller zum System-Anbieter für Technologien im vernetzten Home Entertainment mit besonderer Kompetenz für personalisiertes Sehen und Hören. Dazu setzt das Unternehmen verstärkt auch auf internationale Partnerschaften.

„Wir bauen Loewe in allen wesentlichen strategischen Feldern konsequent zum Technologie-Unternehmen um“, sagt Dr. Ralf Vogt (Bild links), Vorsitzender der Loewe-Geschäftsführung. „Dazu konzentrieren wir uns mehr denn je auf unsere wesentlichen Stärken hinsichtlich Premiummarke, Entwicklungskompetenz, Marktkenntnis und Fertigungs-Know-how. Das Zusammenspiel dieser Kernkompetenzen macht uns interessant für internationale Partner. Mit diesem Zukunftskonzept haben wir im globalen Wettbewerb ausgezeichnete Chancen.“

Personalisiertes Hören und Sehen

Neben den bewährten Partnerschaften mit dem chinesischen Konzern Hisense und dem koreanischen Display-Lieferanten LG Display hat Loewe erst kürzlich eine weitreichende Kooperation mit dem japanischen Handels- und Technologieunternehmen Toyoichi bekannt gegeben. Im Audio-Bereich wird die Zusammenarbeit mit der taiwanesischen Jazz Hipster Corporation ausgebaut. Außerdem arbeitet Loewe schon seit Jahren – neben anderen Partnern – mit Universitäten, Hochschulen und unter anderem auch mit medizinischen Forschungsinstituten zusammen, um seine spezielle Kompetenz für personalisiertes Hören und Sehen auf weitere Anwendungsfelder auszudehnen.

Kernkompetenz Produktentwicklung

Mit der Produktentwicklung gibt Loewe der Consumer-Electronics-Branche immer wieder technologische Impulse, zuletzt mit der Integration der Software Mimi, die als Weltneuheit den Klang des Loewe TVs exakt an das individuelle Hörprofil des Zuschauers anpasst. „Diese Entwicklungskompetenz, die wesentlichen Einfluss auf die herausragende Qualität unserer Produkte hat, gilt es, zusammen mit Partnern weiter zu stärken. Um das kreative Zentrum in Kronach und unsere Außenstellen in Darmstadt, Hannover, München und Berlin werden wir künftig zunehmend auch im Verbund mit Partnern wie Toyoichi Entwicklungsprojekte starten“, sagt Dr. Ralf Vogt. Geplant sei unter anderem eine gemeinsame Software-Entwicklung für Front-End-Lösungen, wie z.B. mobile Applikationen in Indien.

Ausbau des Loewe-Sortiments

„Neben dem TV-Bereich, dem originären Vertreter des Sehens, investieren wir in Zukunft verstärkt in Audio-Lösungen – in das Hören“, so Ralf Vogt weiter. „Dazu werden wir unseren Audio-Standort Berlin weiter ausbauen, den wir im vergangenen Jahr gegründet haben.“ Es werden aber vor allem weitere, zu Loewe passende Produktkategorien entstehen, die unter dem Markendach u.a. in Asien und Lateinamerika angeboten werden sollen. Zusätzlich sind Plattform-Applikationen und digitale Services, Systeme und Anwendungen für das vernetzte Zuhause geplant. „Zurzeit arbeitet unser Unternehmen mit Hochdruck an einem modular aufgebauten Home-Entertainment-System, für das der Kunde künftig digitale Services von Loewe hinzu buchen kann. Diese bahnbrechende Neuheit wird erstmals zur diesjährigen IFA in Berlin präsentiert werden.“

Loewe-Fabrik in Kronach als selbständige Einheit

Die Loewe-Fabrik in Kronach wird als selbstständige Organisationseinheit zum Kompetenzzentrum für Elektronik- und Software-Lösungen ausgegliedert. „Das eröffnet branchenübergreifend Möglichkeiten für den Einstieg weiterer Partner aus dem regionalen, überregionalen aber auch internationalen Umfeld“, betont Ralf Vogt. „Damit stellen wir diesen Partnern unsere wichtigsten Kernkompetenzen bei Software und Elektronik zur Verfügung. Wir sind offen für Beteiligungsmodelle.“

Einkaufspartnerschaft mit Toyoichi

Die vereinbarte Einkaufspartnerschaft mit Toyoichi ermögliche eine erhebliche Kostenreduzierung durch ein von den Japanern betriebenes Produktionslager in Kronach und kostenoptimierende Skaleneffekte durch größere Einkaufsvolumen. Diese Vorteile kommen nicht nur Loewe zugute, sondern auch Dritten. Erste Fertigungsaufträge von Unternehmen aus den Bereichen Klimatechnik sowie Haus- und Steuerungstechnik konnten bereits akquiriert werden. Vogt: „Unsere exzellenten Premiumprodukte werden auch in Zukunft Made in Germany aus unserer leistungsfähigen Fabrik in Kronach kommen. Die Fernsehgeräte für den Premium-Einstieg werden wir wie bisher im tschechischen Pilsen fertigen.“ Auch international wird Loewe verstärkt in die Bekanntheit und das Image der Premiummarke investieren.

Omnichannel-Ansatz im Vertrieb

Im Vertrieb will Loewe die Partnerschaft mit dem qualifizierten Fachhandel insbesondere in den deutschsprachigen Ländern weiter ausbauen. „Das betrifft vor allem die durchgehende digitale Erlebniskette, mit der unsere Kunden die Marke Loewe konsistent wahrnehmen“, so Peter Nortmann. „Im Zuge unseres Omnichannel-Ansatzes erhöhen wir auch über den Online-Vertrieb die Sichtbarkeit der Marke vor allem bei einem jüngeren Publikum. Geplante neue Produktkategorien, beispielsweise im Audio-Bereich, sind besonders geeignet für diesen Vertriebsweg“, erklärt Peter Nortmann (Bild rechts), Geschäftsführer Vertrieb und Marketing. „Omnichannel bedeutet für Loewe kein Gegeneinander Online vs. Offline, sondern die Kernkompetenzen der jeweiligen Vertriebskanäle optimal zu nutzen und komplementär füreinander arbeiten zu lassen.“

Weniger Mitarbeiter in bestimmten Bereichen

Um die geplanten Änderungen umzusetzen, wird Loewe die Organisation strukturell und personell umbauen sowie das gesamte Unternehmen verschlanken. Vogt: „Wir werden einerseits in manchen Bereichen wie der Software-Entwicklung oder im Marketing mehr Mitarbeiter als bisher benötigen. In den indirekten Bereichen werden wir die Prozesse verschlanken und mit weniger Mitarbeitern als bisher arbeiten. Natürlich werden wir diese Personalanpassungen sozialverträglich gestalten. In der Fertigung ist ein stabiler Personalbestand geplant.“

loewe.tv

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