Home Business Wirtschaft 20 Prozent der deutschen Unternehmen sehen ihre Lieferketten als gefährdet an

Umfrage von Kinaxis

20 Prozent der deutschen Unternehmen sehen ihre Lieferketten als gefährdet an

Kinaxis-Studie zur Lieferketten-Situation 2023
(Bild: Kinaxis)

Laut einer Umfrage des Supply-Chain-Management-Anbieters Kinaxis erwartet in den nächsten fünf Jahren mehr als ein Drittel der Unternehmen in Deutschland, dass internationale Konflikte (37 %) und die daraus resultierenden Energiepreise (37 %) die größten Auswirkungen auf ihre Lieferketten haben, dicht gefolgt von Rohstoffknappheit (32 %). In der Energiekrise sehen vor allem der Tech-Sektor (46 %), die Automobil- und Luftfahrtindustrie (40 %) und das verarbeitende Gewerbe (38 %) das größte Risiko für ihre Lieferketten. Dabei schätzt in diesen volatilen Zeiten jedes fünfte Unternehmen seine Lieferketten als gefährdet ein (20 %).

Enorme Auswirkungen bei gleichzeitiger Intransparenz

Risiken und Unterbrechungen haben laut Umfrage erhebliche Auswirkungen auf die Lieferketten mit Folgen für das gesamte Unternehmen: Für fast jedes zweite Unternehmen (49 %) haben erhöhte Kosten und Verzögerungen bei der Auslieferung von Produkten an Kunden (47 %) die größte Auswirkung. 

„Drei von vier Unternehmen sind mehrmals im Jahr oder öfter mit Störungen in ihren Lieferketten konfrontiert, dennoch herrscht immer noch weitestgehend keine Transparenz, was die Auswirkungen angeht“, sagt Martin Bilstein, Regional Vice President für die DACH-Region bei Kinaxis. „Wenn es zu einer Unterbrechung kommt, kann nur jedes dritte Unternehmen alle betroffenen Prozesse (38%), alle betroffenen Geschäftseinheiten (38%), alle betroffenen Lieferanten (38%) und alle Kostenauswirkungen (37%) identifizieren. Darüber hinaus ist nur jedes Vierte in der Lage, die CO2-Auswirkungen nachzuvollziehen. Angesichts des zunehmenden Drucks in Bezug auf transparente ESG-Ziele und -Berichte ist das eine beachtlich geringe Anzahl an Unternehmen.“

Reaktion auf Lieferkettenunterbrechungen

Während 36 Prozent der Unternehmen angeben, alle Abteilungen in Echtzeit überblicken und sofort erkennen zu können, welche von ihnen von unerwarteten Unterbrechungen betroffen sind, haben andere Schwierigkeiten, Informationen rechtzeitig zu beschaffen: 33 Prozent der Befragten gaben an, dass das Sammeln ihrer abgeschotteten Informationen mehrere Stunden und für 28 Prozent mehrere Tage dauert – wodurch sich die Zeitspanne zwischen den Auswirkungen und der Reaktion weiter verlängert.

Auch zeitnahe Reaktionen gestalten sich schwierig: Kommt es zu längeren Lieferzeiten in einer Region aufgrund einer Naturkatastrophe oder eines großen maritimen Engpasses – wie 2021 im Suezkanal, wären nur 13 Prozent in der Lage, innerhalb weniger Stunden zu reagieren. Dabei ist Zeit bei anhaltenden Risiken ein entscheidender Faktor: Während 41 Prozent der befragten Unternehmen nur eine Reaktion innerhalb von zwei bis drei Tagen anstreben, sagen heute bereits 39 Prozent, dass Echtzeit der Schlüssel bei der Reaktion auf Lieferkettenunterbrechungen ist und ihnen die besten Optionen bietet.

Künstliche Intelligenz wird zum Vorteil

Künstliche Intelligenz könnte sich laut der Kinaxis-Umfrage zum größten technologischen Vorteil für Unternehmen entwickeln, denn 73 Prozent der Lieferkettenverantwortlichen sind der Meinung, dass KI dazu beitragen wird, Überraschungen durch proaktives Risikomanagement einzudämmen.

„Mit der Zunahme an Krisen in unserer globalen Wirtschaft wird es immer schwieriger, Lieferketten zu überwachen und auf Störungen zu reagieren. Unternehmen müssen sich auf diese Unterbrechungen vorbereiten und robuste Prozesse einführen, um in Krisenzeiten schnell reagieren zu können“, so Martin Bilstein. „Hier kommt die verschränkte Planung ins Spiel, die jedes einzelne Element in der Supply Chain mit allen anderen Elementen verknüpft. In Kombination mit einer verschränkten Planung kann KI Vorlaufzeiten auf der Grundlage historischer Muster vorhersagen und Änderungen automatisch aktualisieren. Unsere Daten haben gezeigt, dass Transparenz in Kombination mit KI, Heuristik und Optimierung der Schlüssel ist, um Supply-Chain-Manager für die heutigen schwierigen Zeiten zu rüsten.“

Über Kinaxis

Der Supply-Chain-Management-Anbieter Kinaxis unterstützt Lieferketten und die Menschen, die sie steuern. Globale Marken vertrauen auf die Software von Kinaxis, um die erforderliche Agilität und Planung zur Bewältigung der heutigen Volatilität und Disruption zu gewährleisten. Dafür kombiniert Kinaxis seine patentierte Technologie der verschränkten Planung mit einem menschenzentrierten KI-Ansatz. Das ermöglicht Unternehmen jeder Größe, ihr gesamtes Lieferkettennetz zu orchestrieren – von der mehrjährigen strategischen Planung bis hin zur sekundengenauen Ausführung und Lieferung auf der letzten Meile.

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