Karl Trautmann (links), Friedrich Sobol (Fotos: Jochen Rolfes)

Wie die Verbundgruppe am 14. Februar auf ihrem Branchentreff in Düsseldorf bekannt gab, übernimmt ElectronicPartner-Vorstand Friedrich Sobol (Bild rechts) die Leitung von Medimax, um die Marke qualitativ voranzubringen. Außerdem wurde das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2018 verkündet: Während die internationalen Landesgesellschaften und die Marke EP: erneut ein Umsatzplus verbuchen konnten, war das Gesamtgeschäft leicht rückläufig

Die Gründe dafür erläuterte ElectronicPartner-Vorstand Karl Trautmann (Bild links): „Wir haben uns 2018 im deutschen Markt zum einen noch stärker auf unsere Kernkompetenz konzentriert: den qualifizierten Fachhandel. Zum anderen haben wir auf der Großfläche bei Medimax künftige Weichen gestellt und neue Konzepte vorbereitet.“

Insgesamt schloss die Verbundgruppe das Geschäftsjahr mit einem Zentralumsatz von 1,659 Milliarden Euro ab und lag damit 2,1 Prozent unter Vorjahr. Davon entfielen auf den Kernmarkt in Deutschland 1,266 Milliarden Euro, auf die europäischen Landesgesellschaften 393 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 2,1 Prozent im Vergleich zu 2017 in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz.

Qualitätsoffensive stärkt Fachhandelsmarke EP:

Seit 2014 die Qualitätsoffensive ins Leben gerufen wurde, konnte die Vertriebslinie EP: ihren Umsatz jährlich steigern. Bemerkenswert ist diese Entwicklung vor dem Hintergrund des rückläufigen Marktes im Kanal Fachhandel. Laut GfK wies dieser Kanal im zurückliegenden Jahr ein Minus von 6,0 Prozent aus, so dass die EP:Fachhändler bei einer Umsatzsteigerung von 1,5 Prozent sich insgesamt 7,5 Prozent besser als der Markt entwickelt haben.

EP:Campus zur Weiterbildung der Fachhändler

„Der Erfolg der Marke EP: ist klar der Qualitätsoffensive zuzuschreiben. Ein hochwertiger POS, kompetente Beratung und ein durchgängiger Auftritt an allen Kontaktpunkten zum Kunden zahlen sich eindeutig aus“, kommentiert Karl Trautmann. Um diesen Weg auch im laufenden Jahr fortzuschreiben, setzt die Verbundgruppe für ihre Fachhändler ein neues Konzept um. Mit dem EP:Campus kommen zur Weiterbildung maßgeschneiderte Module zum Einsatz: für BranchenentwicklungProduktwissen und betriebswirtschaftliches Know-how.

Neue Konzepte für die Medimax-Fachmärkte

Um auch die Marke Medimax erfolgreich zu entwickeln, schlägt die Verbundgruppe neue Wege ein. So hat Vorstand Friedrich Sobol zusätzlich zu seiner Verantwortung für die Kooperation Deutschland und den Fachhandel auch die Leitung für Medimax übernommen. Er soll für die Marken unter anderem eine attraktive, höherwertige Sortimentsgestaltung umsetzen und eine qualitative Verbesserung der Verkaufsberatung voranbringen.

In einem ersten Schritt wurden zum Jahresauftakt der Einkauf und Vertrieb von Medimax mit der Kooperation Deutschland verbunden. „Wir wollen schneller und schlagkräftiger werden, denn wir müssen der hohen Veränderungsgeschwindigkeit unserer Branche künftig noch flexibler Rechnung tragen“, erläutert Friedrich Sobol. Kurze Entscheidungswege und interne Synergien seien die entscheidenden Vorteile dieser Veränderung.

Medimax: Höherwertiges Sortiment und neues Werbekonzept

Daneben setzt Medimax auf ein neues Werbekonzept. So verabschiedet sich die Fachmarktkette von regionalen Beilagen und kommuniziert per Print ausschließlich über nationale Beilagen. Diese bekommen in Kürze einen neuen „Look“. Auch Online verändert sich einiges: Künftig findet das Rechtsgeschäft direkt zwischen Markt und Kunde statt. Dafür gibt es neben der Hauptseite medimax.de einen eigenständigen Shop für jeden der über 120 Märkte.

Eine der größten Veränderungen betrifft das Sortiment von Medimax, was schrittweise umgesetzt wird. Friedrich Sobol: „Wir gehen weg von den preisaggressiven Aufschlägen hin zu einer hochwertigen Auswahl. Dabei passen wir nicht nur die Gewichtung zwischen den einzelnen Warengruppen am POS an, sondern wir werden auch eine klare Trennung von Produkten für die stationäre und die Online-Vermarktung vornehmen.“

35 Jahre comTeam

Im Technologie-Netzwerk comTeam mit rund 800 Partner gab es 2018 erneut eine positive Umsatzentwicklung. „Auch 35 Jahre nach Gründung passt sich comTeam immer wieder erfolgreich an die Marktveränderung an und setzt eigene Akzente“, heißt es aus der Verbundgruppe. So erfährt growr, das Netzwerk für Start-ups, immer mehr Zulauf und verbindet mittlerweile über 300 Gründer.

Warengruppen zeichnen unterschiedliche Bilder

Zufrieden zeigt sich die Verbundgruppe in diesem Jahr mit den Wachstumsraten im strategisch wichtigen Mobilfunkgeschäft. Über das Tochterunternehmen SH Telekommunikation Deutschland GmbH konnte sich demnach vor allem bei Medimax dieses Produktsegment positiv entwickeln. Gleiches gilt auch für Flachbildfernseher mit großen Bildschirmdiagonalen und speziell OLED-TVs. Ebenfalls positiv hat sich der Bereich Elektrokleingeräte entwickelt. In der Folge des Gesamtmarkt-Trends haben physische Bild- und Tonträger jedoch stark an Bedeutung verloren.

„2018 hat die Branche vor viele Herausforderungen gestellt: ob Jahrhundertsommer oder eine Fußballweltmeisterschaft, die hinter den Erwartungen zurückblieb. Wir sind froh, dass wir vor diesem Hintergrund in vielen Bereichen eine positive Entwicklung verzeichnen konnten. Für alles andere haben wir uns strategisch und operativ entsprechend aufgestellt und gehen unsere Aufgaben engagiert an“, bilanziert Karl Trautmann.

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