Dr. Stephan Albers - Foto: Breko

Die Versteigerung der Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G in den Bereichen 2 GHz und 3,4 GHz bis 3,7 GHz ist heute nach 497 Versteigerungsrunden zu Ende gegangen. Insgesamt wurden für die Frequenzblöcke mehr als 6,5 Milliarden Euro geboten!

Die Erlöse fließen in das Sondervermögen Digitale Infrastruktur (Digitalinfrastrukturfonds) und sollen damit für eine öffentliche Förderung von Glasfaseranschlüssen und für Investitionen in die digitale Infrastruktur von Schulen eingesetzt werden.

Gesamtstrategie gefordert

Aus Sicht des Breko ist es nach dem Abschluss der Frequenzauktion nun unabdingbar, die richtigen Weichen für den weiteren Glasfaserausbau in Deutschland zu stellen. Der zukünftige Mobilfunkstandard 5G wird festnetzbasierte Glasfaseranschlüsse bis mindestens in die Gebäude als „mobile Glasfaser“ sinnvoll ergänzen, aber nicht ersetzen. Der Verband setzt sich daher für eine Koordinierung des maßgeblich von den lokal und regional tätigen Netzbetreibern in Deutschland vorangetriebenen Glasfaserausbaus mit dem geplanten 5G-Mobilfunkausbau ein. So soll schnellstmöglich und effizient die zukunftssichere digitale Basisinfrastruktur für eine optimale Glasfaseranbindung aller Mobilfunk-Standorte errichtet werden. „Wir brauchen eine Gesamtstrategie für den Glasfaserausbau, um größtmögliche Synergien zwischen Festnetz- und Mobilfunkausbau zu ermöglichen. Nicht zielführend wäre dagegen eine davon losgelöste, ‚reine‘ Mobilfunkstrategie, wie sie von der Bundesregierung gerade vorbereitet wird“, erklärt Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers (Bild).

Dass die gesamten Einnahmen aus der Frequenzversteigerung in das „Sondervermögen digitale Infrastruktur“ und damit in die Breitbandförderung fließen sollen, sieht der Breko kritisch. „Wir müssen in erster Linie den eigenwirtschaftlichen Ausbau stärken und voranbringen“, sagt Dr. Stephan Albers und ergänzt: „Für eine Förderkulisse, die den klar vorrangigen, eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau bis mindestens in die Gebäude sinnvoll ergänzt, brauchen wir eine Priorisierung der Förderung zugunsten bisher besonders schlecht versorgter und unwirtschaftlich erschließbarer, zusammenhängend bebauter Gebiete.“

Breko gegen isolierte Mobilfunkförderung

Der Breko spricht sich ausdrücklich gegen eine isolierte Mobilfunkförderung aus, wie sie jüngst von SPD und CDU/CSU ins Spiel gebracht wurde. Die rund 190 Netzbetreiber des Breko bauen schon heute in ganz Deutschland Glasfasernetze aus, die selbstverständlich auch von den Mobilfunkunternehmen zur Anbindung ihrer Basisstationen angemietet werden können. Ergänzt durch eine ausschließliche Förderung von Glasfaseranschlüssen bis mindestens in die Gebäude schafft man die bestmögliche Voraussetzung für die Glasfaser-Anbindung von 5G-Basisstationen auf/an der Glasfaserstrecke bzw. in/auf Gebäuden. Eine separate Förderung für 5G verhindert dagegen die Nutzbarkeit wichtiger Synergiepotenziale von Festnetz- und Mobilfunkausbau.

Der Frequenzbereich von 3,7 bis 3,8 GHz war nicht Gegenstand der heute beendeten 5G-Frequenz-Auktion: Dieser ist für lokale Anwendungen reserviert und soll im Rahmen eines Antragsverfahrens an interessierte Unternehmen vergeben werden, was der Breko ausdrücklich begrüßt.

„Viele unserer rund 190 Netzbetreiber bauen lokal und regional zukunftssichere Glasfasernetze bis in die Gebäude oder bis direkt zum Anschluss des Kunden. Über die Zuteilung lokaler Frequenzen können sie Unternehmen maßgeschneiderte Angebote für 5G-Campuslösungen machen. Wichtig ist, dass das Antragsverfahren nach Abschluss der Auktion nun zeitnah startet, damit Großunternehmen und der Mittelstand schnellstmöglich von den 5G -Potenzialen profitieren können“, erläutert Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

brekoverband.de

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