gfu-Studie: Höhere Ausgabebereitschaft als tatsächliche Marktpreise für TV

Hans-Joachim Kamp gfu
Hans-Joachim Kamp - Foto: gfu

Die gfu Consumer & Home Electronics GmbH, Veranstalter der IFA, gibt jedes Jahr eine repräsentative Studie in Auftrag. Hierfür wurden 2.000 Haushalte in Deutschland zu Themen der Consumer und Home Electronics befragt. Die ersten Ergebnisse liegen nun vor, weitere Erkenntnisse werden am 10. Juli exklusiv auf der Veranstaltung gfu Insights & Trends vorgestellt.

Wie bekannt sind Fachbegriffe bei Verbrauchern?

Die Fachbegriffe der Consumer und Home Electronics haben einige Anglizismen und Abkürzungen. Bei einigen deutschen Begriffen sind sich die meisten der hiesigen Verbraucher sicher, auch besonders neue und aktuelle Fachbegriffe zu kennen und anderen Personen erklären zu können. Bei Abkürzungen müssen die meisten Befragten aber leider passen. Die folgende Prozentzahl an Verbrauchern kennt die Fachbegriffe. Somit wissen sie grob, was der Begriff bedeutet bzw. können ihn anderen auch erklären.

  • Sprachassistent / Sprachsteuerung 84 Prozent
  • Digitalradio 76 Prozent
  • Künstliche Intelligenz 70 Prozent
  • Video on Demand 61 Prozent
  • 5G 55 Prozent
  • Ultra HD / 4K 50 Prozent
  • OLED 32 Prozent
  • HDR 26 Prozent

Was sind die Kaufgründe für ein neues TV-Gerät?

Eine weitere Frage im Rahmen der gfu-Studie: Was sind die konkreten Gründe für die Neuanschaffung noch in diesem Jahr? Hier zeigt sich bei zwei Dritteln der Antworten ein großer Unterschied der Geschlechter.

  • Für 52 Prozent der Studienteilnehmer ist ein größerer Bildschirm der wichtigste Kaufgrund (60 Prozent der weiblichen und 46 Prozent der männlichen Befragten).
  • An zweiter Stelle der wichtigsten Kaufgründe rangiert mit 44 Prozent der Smart TV mit Internetzugang (51 Prozent der weiblichen und 39 Prozent der männlichen Teilnehmer).
  • Als drittwichtigster Grund wird mit 39 Prozent eine bessere Bildauflösung genannt, was für beide Geschlechter gleich wichtig ist.
  • Platz vier belegt mit 27 Prozent eine bessere Ausstattung (31 Prozent bei den weiblichen und 24 Prozent bei den männlichen Befragten).
  • Ein OLED-TV ist für 19 Prozent ein Kaufgrund. Dies ist allerdings für Männer mit 25 Prozent deutlich wichtiger als für Frauen mit nur elf Prozent.
  • Auf Platz 6 kommt mit 18 Prozent der Ersatzkauf für ein defektes Gerät mit annähernd gleicher Verteilung unter den Geschlechtern.

Ungebrochener Trend zu größeren Bilddiagonalen

Die gfu-Studie untermauert auch den Trend zu größeren Bilddiagonalen. So erwägen 25 Prozent den Kauf eines TVs mit einem Bild zwischen 48 und 55 Zoll (121 bis 138 cm), 30 Prozent würden ein Gerät mit 55 bis 65 Zoll (138 bis 165 cm) kaufen und 10 Prozent würden zu einem TV-Gerät mit über 65 Zoll greifen.

Wiedergabe von Bewegtbild-Content

In der gfu Studie wurde auch nach den bevorzugten Geräten für die Wiedergabe von Bewegtbild-Inhalten gefragt. Dabei zeigte sich folgendes Ergebnis: Geht es um die Wiedergabe von Videostreaming und den Mediatheken der TV-Sender dominiert bei allen Altersgruppen mit insgesamt 84 bzw. 82 Prozent eindeutig der Fernseher.

Große Altersunterschiede

Auch die Streuung innerhalb der Altersgruppen liegt hier nicht signifikant auseinander. Für Videoportale wie zum Beispiel YouTube liegt das Smartphone eindeutig mit 36 Prozent vorn, Platz zwei belegt das TV-Gerät mit 24 Prozent. Dabei gibt es große Altersunterschiede. So bevorzugen 50 Prozent der 16 bis 39 Jährigen das Smartphone, während dies nur 27 Prozent bei den 40 bis 59 Jährigen und nur 18 Prozent der über 60 Jährigen sind. Beim TV ist die Verteilung umgekehrt: 22 Prozent bei der Altersgruppe 16 bis 39, 24 Prozent bei den 40 bis 59 Jährigen und 28 Prozent bei den über 60 Jährigen.

Höhere Ausgabebereitschaft bei TV-Geräten

Ein Studienergebnis sticht auch in diesem Jahr wieder besonders heraus: Der Vergleich der Ausgabebereitschaft für Fernsehgeräte mit den tatsächlich beim Kauf ausgegebenen Summen zeigt eine große Diskrepanz. So liegt der Durchschnittspreis aller verkauften TV-Geräte aktuell bei 576 Euro (Quelle: HEMIX Q1/19). Vor einem Jahr waren es noch fast 50 Euro mehr. Die im Rahmen der gfu Studie Befragten sind aber bereit, im Durchschnitt rund 1.018 Euro für das nächste Fernsehgerät auszugeben. 48 Prozent planen sogar Ausgaben von mehr als 1.000 Euro und 28 Prozent wollen über 1.500 Euro investieren.

„Handel und Industrie müssen umfassend informieren“

„Die ersten Ergebnisse unserer jährlichen gfu-Studie zeigen deutlich, dass Industrie und Handel den Konsumenten umfassend informieren müssen, damit die technischen Innovationen und ihr Mehrwert auch verstanden werden und zu Kaufanreizen führen“, resümiert Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu. „Bei den Kaufgründen ist Smart TV von Platz drei auf zwei vorgerückt, hinter dem großen Bild, das Platz eins verteidigt hat. Für Bewegtbild-Inhalte bleibt ein großer Fernseher die erste Wahl.“

IFA informiert über neue Technologien

„Allerdings bietet der Markt, wie unsere Studie zeigt, mehr Umsatzmöglichkeiten“, betont Hans-Joachim Kamp. „Industrie und Handel gelingt es offenbar nicht, die Ausgabebereitschaft der Konsumenten in vollem Umfang abzurufen. Dass die Konsumenten im Schnitt bereit sind, rund 75 Prozent mehr für ein TV-Gerät auszugeben entspricht immerhin einer Differenz von 442 Euro zum aktuellen Durchschnittspreis. Plattformen wie die IFA, die weltweit bedeutendste Messe für Consumer Electronics und Home Appliances, bieten eine herausragende Möglichkeit, die Öffentlichkeit über neue Technologien und Produkte sowie deren Mehrwert zu informieren und Marktimpulse zu erzeugen.“

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