GfK-Analyse: Steigende Preise und Unsicherheit – diese Produktgruppen sind trotzdem gefragt

Shopping - Menschen in der Straße - Sepiaton - GfK Logo
Foto: Pixabay / GfK

Derzeit steigen die Preise in fast allen Produktkategorien, einige sprechen schon von einer Inflation 2.0. Zusätzlich befeuern der Ukraine-Konflikt sowie anhaltende Lieferengpässe und Warenmängel die Preissteigerungen. Im halbjährlich erscheinenden Report „The State of Consumer Technology & Durables“ analysieren die Marktforscher der GfK den globalen Markt und zeigen auf, welche Produktkategorien weiterhin stark nachgefragt werden.

Die Inflation sowie die damit verbundenen steigenden Preise sorgen für finanzielle Unsicherheit bei den Konsumenten. Laut GfK glauben nur 34 Prozent der Verbraucher weltweit, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in zwölf Monaten verbessern wird. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 41 Prozent. Auch auf Marktebene ist eine deutliche Verlangsamung zu sehen. Während das Jahr 2021 mit weltweit 12 Prozent Umsatzwachstum ein voller Erfolg für den Markt der technischen Konsumgütern war, prognostizieren die Experten von GfK für 2022 nur noch ein Wachstum von 2 Prozent.

Auf einem langsamer wachsenden Markt wird es für Hersteller und Händler schwieriger, Marktanteile zu gewinnen. Um trotzdem erfolgreiche Produkt- und Marketingstrategien zu entwickeln, müssen sie auf verlässliche und aktuelle Daten zurückgreifen und den Markt beobachten können.

Entwicklung im Tech-und-Durables-Markt - Infografik von GfK
Foto: GfK

Hybrides Arbeiten

Der Report „The State of Consumer Technology & Durables“ zeigt aber auch, dass es einen Bereich im Markt der technischen Konsumgüter gibt, der sich weiterhin dynamisch entwickelt: die sogenannte „@Home“-Kategorie. Hierzu gehören unter anderem Küchen- und Putzgeräte, aber auch Monitore, Headsets und Laptops. In dieser Kategorie steigt die weltweite Nachfrage, getrieben durch eine neue Arbeitskultur nach der Pandemie. Denn auch nach Lockerung der Corona-Maßnahmen ist ein Leben ohne hybrides Arbeiten schwer vorstellbar. Laut einer globalen GfK Social-Media-Umfrage wollen 65 Prozent der Befragten inzwischen bis zu vier Mal pro Woche von Zuhause aus arbeiten. Dafür brauchen sie die entsprechende technische Ausstattung.

Ein Beispiel hierfür sind Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale größer als 65 Zoll, sie verzeichneten in den ersten beiden Monaten des Jahres ein Umsatzplus von 13 Prozent verglichen zum Vorjahreszeitraum. Ebenfalls auf der Gewinnerseite sind ultradünne Notebooks mit einer Dicke von unter 18 Millimetern, die im Januar und Februar um 7 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten zulegten.

Vergleichbare Trends lassen sich auch in Deutschland feststellen. Neben der „@Home“-Kategorie war im ersten Quartal 2022 auch das Thema „eat@home“ von hohen Wachstumsraten getrieben. Aber auch viele Smartphone-bezogene Produkte entwickelten sich positiv. So waren Produkte der Kategorie „Mobile Enhancements“ (beispielsweise Ladegeräte, Powerbanks oder Screen-Protektoren) bisher sehr gefragt. Diese Kategorie wuchs insgesamt um 81 Prozent. Auch Audiogeräte verzeichneten im ersten Quartal ein hohes Wachstum. So stieg der Umsatz bei Bluetooth-Lautsprechern um 40 Prozent und bei Kopfhörern um 31 Prozent.

Trotz zunehmender Unsicherheit bezahlen Konsumenten also gerne etwas mehr für Produkte, die ihnen Innovation und einen funktionalen Mehrwert bieten. Premiummarken verzeichneten ein Umsatzwachstum von 32 Prozent im Vergleich zu letztem Jahr.

Prognostizierte Preisentwicklung für 2022

Alexander Dehmel GfK
Alexander Dehmel, Foto: GfK

Bereits im vergangenen Jahr sind die Preise für technische Produkte gestiegen, so die Auswertung der GfK. In der T&D-Industrie übte die zunehmende Nachfrage zusätzlichen Druck auf die Lieferketten aus. Aktuell stellen der Ukraine-Krieg sowie die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland die Industrie vor schwierige Entscheidungen. Wichtige Lieferketten sind von Unterbrechungen bedroht und die Brennstoffknappheit schränkt die Beschaffung wichtiger Materialien und Produktionsgüter zusätzlich ein. Dieser Kostenanstieg drückt die Gewinnspannen der Hersteller, welche sich gezwungen sehen, zumindest einen Teil dieser Preissteigerungen an ihre Endverbraucher weiterzugeben.

„Vor diesen Herausforderungen sollten sich Unternehmen für ihre strategischen Entscheidungen auf fundierte Daten stützen – nicht auf ihr Bauchgefühl“, kommentiert Alexander Dehmel, Experte für den Tech & Consumer Durables Markt bei GfK. „Unsere Datenplattform gfknewron kombiniert Markt- und Konsumentendaten und kann mithilfe Künstlicher Intelligenz fundierte Prognosen für die Marktentwicklung der nächsten Monate abgeben. So können wir laut gfknewron in diesem Jahr vorerst mit einem weiteren Anstieg der Preise rechnen.“

Weitere Informationen gibt es im kostenfreien Report „The State of Consumer Technology & Durables“ von GfK.

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