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Geschichte der Schallplatte

Erste Schallplattenfabrik vor 125 Jahren

Schellack-Platte auf Grammophon
Schellack-Platte auf Grammophon
(Bild: Pixabay)
Vinyl-Schallplatte
Vinyl-Schallplatte

(Bild: Pixabay)

Vor 125 Jahren, am 6. Dezember 1898, folgte in der Nordstadt von Hannover die weltweit erste Schallplattenfabrik in Joseph Berliners Telefonfabrik (Quelle: „Geschichte der Unterhaltungselektronik“ von Jochen Wiesinger). In der Fabrik wurden Schallplatten für die englische Mutterfirma „The Grammophone Company“ hergestellt, anfänglich auch Abspielgeräte. In England auf Zinkplatten aufgenommene und geätzte Master wurden zu Kupfernegativen, mit denen bis zu zehn Platten pro Stunde hergestellt wurden. Die einseitig bespielten Platten hatten einen Durchmesser von fünf Zoll (12,5 cm) mit einer Spielzeit von einer Minute und 15 Sekunden. Weitere Versionen hatten sieben, zehn oder zwölf Zoll Durchmesser und brachten es bis auf drei Minuten und 50 Sekunden Spielzeit. 

Millionenfach verkaufter Tonträger

Wie die Branchenorganisation gfu mitteilt, startete der Markterfolg der Schallplatte von dieser ersten Fabrik aus. Enrico Caruso, weltberühmter Tenor, war ab 1902 maßgeblich daran beteiligt. Die Schallplatte entwickelte sich zum millionenfach verkauften Tonträger. 1904 wurden in Hannover täglich bereits 25.000 Schallplatten hergestellt. Auf der Funkausstellung 1951 folgte die Vorstellung einer Schallplatte auf Kunststoffbasis (Vinyl), die Schellack 1958 als Material für die Schallplatte ablöste.

Jahrzehnte später lief die CD der Schallplatte den Rang ab und bereitete den Weg zur Digitaltechnik. Dem breiten Publikum wurde die CD erstmals auf der IFA 1981 vorgestellt und 1989 wurden in der Bundesrepublik Deutschland mit 21 Millionen CDs im ersten Halbjahr erstmalig mehr CDs als Langspielplatten (mit 19 Millionen Stück) verkauft. 

Stabile Fangemeinde der Schallplatte

Nach einigen Tiefpunkten dreht sich die Schallplatte dennoch weiter mit Erfolg. Seit 2005 werden pro Jahr wieder rund 100.000 Plattenspieler in Deutschland verkauft. Im Jahr 2022 waren es laut gfu rund 122.000 Stück mit einem Durchschnittspreis von 287 Euro (+34 %). Im Vergleich dazu lag der Durchschnittspreis eines Plattenspielers im Jahr 2015 noch bei 192 Euro, es sind also mehr höherwertige Plattenspieler gefragt. Für das laufende Jahr prognostiziert die gfu den Verkauf von 134.000 Stück (+10 %) mit einem Durchschnittspreis von 305 Euro (+6,4 %).

Die gute alte Vinyl-Schallplatte hat eine stabile Fan-Gemeinde. Laut Bundesverband Musikindustrie (BVMI) lag die Nachfrage nach physischen Tonträgern von Januar bis Juni 2023 auf einem stabilen Niveau von rund 190 Millionen Euro. Vinyl kam nach einem erneuten Wachstumsschub von 6,3 Prozent mit rund 63 Millionen Euro auf einen Marktanteil von 6,0 Prozent. Bei Künstlern, wie aktuell bei den Rolling Stones, gehört es sogar zum guten Ton, Neuerscheinungen auch als exklusive Vinylversion herauszugeben.

Dr. Sara Warneke
Dr. Sara Warneke

(Bild: gfu)

Der Reiz der Schallplatte

Die Vinyl-Schallplatte hat ihren Reiz also nicht verloren. Aber was steckt dahinter? Besserer Klang oder die Zeremonie des Abspielens? Rein technisch lässt sich ein besserer Klang nicht belegen, denn die Abtastung der Schallplatte ist mit Rauschen und Knistern verbunden, die Stereokanäle sind nicht annähernd so exakt getrennt wie bei der digitalen CD und zudem beeinflussen Resonanzen den Frequenzgang. Es bleiben also kaum erklärbare, subjektive Eindrücke zugunsten der Vinyl-Scheibe. Ohne Frage überzeugt aber der haptische Reiz mit Auspacken, Auflegen und Abspielen der Schallplatte.

„Der Markt für Vinyl-Schallplatten und Plattenspieler sorgt mit seinem Wachstum immer wieder für positive Überraschungen. Viele Menschen mögen offensichtlich den entschleunigten Musik-Genuss und die damit verbundene Vorfreude darauf bereits beim Auspacken der Schallplatte. Entsprechend ist neben dem Umsatz auch das Angebot an modernen Plattenspielern wieder angestiegen“, erklärt Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin der Branchenorganisation gfu Consumer & Home Electronics GmbH.

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